Waldromantik

Heute möchte ich euch ein Bild vorstellen, dass ich für eine ganz
besondere Freundin gemalt habe. Sie ist wie ich eine
hoffnungslose Romantikerin. Sie liebt alte Schlösser, Burgen
und besonders Kirchen, da sie Pastorin ist. Wir waren lange auf
der Suche nach einem Motiv, das ihr gefallen würde. An Burgen,
Schlösser und Kirchen habe ich mich noch nicht so recht
herangetraut. Da meine Freundin aber auch leidenschaftliche
Pfadfinderin ist, war eine romantische Landschaftsszene keine
verkehrte Idee.

Wir lieben beide die Natur, die Berge und Wälder. So habe ich
nach längerem Suchen ein idyllisches Motiv gefunden. Es war
ein sehr schönes, wenn auch sehr komplexes Motiv. Ich habe es
deutlich vereinfacht, denn bereits das Probebild hat mich an
meine künstlerischen Grenzen gebracht.

Allein  die Perspektive richtig hinzubekommen fiel mir sehr schwer. Leider ist es mir auch im Original nicht gelungen, die gewünschte Perspektive und Tiefe im Bild einzufangen.

Was ebenso herausfordernd war, war das Malen der Steine und Felsen. Dies fällt mir seit Beginn meiner Malerei-Laufbahn schwer. Um dieses Bild zu malen, habe ich unzählige Youtubetutourials angeschaut. Mehrmals habe ich die Steine wieder übermalt und von vorne begonnen.

Auch wenn es ein steiniger Prozess war, so hat es doch Spaß gemacht, denn ich liebe Herausforderungen! Nur so kann man vorwärts kommen. Dennoch hat mich das Bild einiges an Nerven gekostet.

Sicherlich gibt es vieles, was man an diesem Bild verbessern könnte. Aber während des Malens und auch danach habe ich richtig Lust bekommen, für einige Zeit in so einer Hütte im Wald zu wohnen – fern ab von dem Trubel unserer Welt. Als ich das Bild gemalt habe – es war im Januar/Februar 2020 – begann sich Covid-19 in der Welt breit zu machen. Dieses Bild dagegen weiß nichts von diesem Virus. Es ist eine andere Welt. Eine Welt, in der man eins mit der Natur ist. Es gibt zwar kein Internet, kein Strom und kein fließend Wasser. Dafür gibt es die Wärme eines knisternden Feuers, die Ausgeglichenheit der Natur sowie die geheimnisvollen Geräusche des Waldes.

Gerade in der Zeit des Lockdowns war die Natur für mich ganz besonders wichtig. Getrennt von Arbeit, Freunden und Familie habe ich in der Natur ein Stück Heimat gefunden. Wenn man in der Natur spazieren geht, ist man dem Schöpfer dieser Wunderwerke viel näher als in den von uns geschaffenen künstlichen Räumen. Wenn ich im Wald spazieren oder in den Bergen wandern gehe, dann sehe ich in der Schöpfung die Liebe des Schöpfers. Er hat die mächtigen Bäume geschaffen, die jedem Wind und Wetter trotzen, weil sie ein massives Wurzelwerk haben. Es lässt die kleinen unscheinbaren Blumen wachsen, die wir so schnell übersehen.

Kleine Vögel zwitschern fröhlich ihr Lied während sie fleißig nach Nahrung für ihre Jungen und sich suchen. Wenn ich die Vögel beobachte, wie sorglos sie dahinfliegen, fällt mir immer ein besonderer Bibeltext ein. Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern:

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer tägliches Leben – darum, ob ihr genug zu essen, zu trinken und anzuziehen habt. Besteht das Leben nicht aus mehr als nur aus Essen und Kleidung? Schaut die Vögel an. Sie müssen weder säen noch ernten noch Vorräte ansammeln, denn euer himmlischer Vater sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel wichtiger als sie. Können all eure Sorgen euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? Nein. Und warum sorgt ihr euch um eure Kleider? Schaut die Lilien an und wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und nähen sich keine Kleider. Trotzdem war selbst König Salomo in seiner ganzen Pracht nicht so herrlich gekleidet wie sie. Wenn sich Gott so wunderbar um die Blumen kümmert, die heute aufblühen und schon morgen wieder verwelkt sind, wie viel mehr kümmert er sich dann um euch? Euer Glaube ist so klein! Hört auf, euch Sorgen zu machen um euer Essen und Trinken oder um eure Kleidung. Warum wollt ihr leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen und diese Dinge so wichtig nehmen? Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse. Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht. Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen man nie weiß, was das Morgen bringen wird, ist es gut zu wissen, dass jemanden gibt, der über all dem steht. Er sorgt sich um jeden kleinen Vogel, der durch die Lüfte fliegt. Aber wir Menschen sind so viel kostbarer als ein Vogel, denn für uns hat er mit seinem Blut bezahlt. Deswegen wird jeder, der ihm die erste Stelle in seinem Leben gibt, nie wahren Mangel leiden. Das habe ich schon sehr oft erfahren dürfen. Egal wie hoffnungslos die Lage war, der, der keine Fehler macht, hatte immer eine Lösung parat.

Wie schön und befreiend ist es zu wissen, dass wir uns nicht den Kopf über unsere Zukunft zerbrechen müssen. Gott gibt für jeden Tag die Kraft, die wir brauchen. Morgen gibt er uns wieder neue Kraft für den anstehenden Tag.

Hast du Gott schon einmal bei seinem Wort genommen und getestet, ob er dazu steht?

Auf dem Bild seht ihr den Kalvarienberg in Schongau, wo ich sehr gerne spazieren gehe.

Im nächsten Beitrag seht ihr das diesjährige Geburtstagsgeschenk für diese Freundin. 

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