Sonnenuntergang in Warnemünde

Es war ein Freitagabend im Juli.
Nach über 10 Stunden Fahrt mit dem Zug einmal quer durch
Deutschland bin ich endlich am Ziel! Schnellen Schrittes nähere
ich mich dem Strand in Warnemünde. Barfuß geht es durch den
weichen Sand zum Wasser. Im Sand zu laufen, das Rauschen
der Wellen zu hören und den Wind zu spüren – das sind Gefühle
von denen ich fast vergessen hatte, wie sich das anfühlt.
Doch hier war ich! Ich war an der Ostsee!

Am Strand begrüßten mich wunderbare Wellen, deren Ausläufer
sanft meine Füße umspülten. Manchmal auch nicht ganz so sanft.
Ich war genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen.
Die Sonne begann ihren Lauf hinab zum Horizont.
Auf diesem Weg ließ sie den Himmel in den herrlichsten Farben
erstrahlen. Diesen Moment versuchte ich mit meinem Fotoapparat festzuhalten.

Die mächtigen Wellen beeindruckten mich. Es war ein wunderschönes Schauspiel, dass ich eine gefühlte Ewigkeit beobachtete. Das war ein gelungener Start in den Ruhetag und in meinen Kurzurlaub! 

Mir war klar, dass ich versuchen wollte, ein paar meiner Fotos mit Acryl auf die Leinwand zu bringen. Es dauerte nicht lange, da bot sich mir bereits eine Gelegenheit. Ich zeigte ein paar Freundinnen die Fotos von meinem Urlaub. Dabei stellte ich fest, dass eine von ihnen schon immer den Traum hatte, mal das Segeln auszuprobieren. Da ihr Geburtstag nicht mehr fern war und eine andere Freundin ihr ein gemaltes Bild von mir schenken wollte, war das hierzu eine perfekte Gelegenheit. Ich erfuhr ihren Lieblingsbibelvers und hatte auch eine Ahnung, welches meiner Fotos sie ihr am Meisten gefiel. 

Also ging es kurzerhand ans Werk. Und ich bin gescheitert. Ich bin an der schönen, großen Welle gescheitert. Des öfteren habe ich Teile des Bildes übermalt und wieder von vorne begonnen. Es war ein Kampf. Aber mit etwas Beharrlichkeit konnte ich als Sieger hervorgehen. Ich glaube, ich bin dem Original nicht gerecht geworden.
Doch der Beschenkten fehlten zunächst für einige Momente die Worte als wir ihr das Bild übergaben.  

Auch wenn es unvollkommen ist, so drückt es doch die Sehnsucht nach dem offenen, weiten Meer aus. 

„Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.  Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen.“

Der Bibeltext aus den Psalmen ist wunderschön. Er lehrt uns, Gott zu unserer obersten Priorität im Leben zu machen. Wenn wir mit ihm verbunden sind und ihm vertrauen, wird er uns sicher führen. Auch wenn wir es manchmal nicht sehen oder verstehen, so handelt er zu unserem Besten. Er kennt die tiefsten Sehnsüchte in unserem Herzen und hat Freude daran, sie uns zu geben, wenn wir ihn stets an die erste Stelle in unserem Leben setzen. 

So kann ich dankbar auf einen wunderbaren Kurz-Segel-Urlaub zurückblicken. Besonders dieser eine Freitagabend wird mir in Erinnerung bleiben! 

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