Schwanenromantik

Bisher habe ich in den Blogeinträgen meine Bilder der
Reihenfolge nach vorgestellt. Heute möchte ich diese “Tradition”
einmal unterbrechen.
 

Dazu habe ich, wie ich meine, auch einen guten Grund. Als
Schwester ist es ein ganz besonderes Erlebnis, wenn der ältere
Bruder den Bund der Ehe schließt. Diese frohe Ereignis konnte
letztes Wochenende bei schönstem Wetter stattfinden. Es war
ein wunderschöner, ja sogar, ein perfekter Tag.
 

Als Hobbymalerin hat sich mir natürlich die Frage gestellt, was
ich meinem Bruder und meiner Schwägerin für ein Bildchen
anlässlich dieses besonderen Ereignisses male. Diese Frage trug ich mehrere Monate mit mir herum, aber es fehlte die zündende Idee. Ich wusste beide lieben die Natur, die Berge und auch den Glauben. Da sie demnächst von Kärnten, Österreich nach Tschechien umziehen werden, dachte ich, ich male ihnen eine Kärntner Landschaft als Erinnerung an die alte Heimat. Aber eigentlich war mir das etwas zu langweilig angesichts des besonderen Anlasses.

Mein Bruder selbst half mir schließlich etwas auf die Sprünge. Eigentlich war das Bild als Überraschung gedacht. Doch einige Zeit vor der Hochzeit fragte er mich, ob ich statt eines anderen Hochzeitgeschenkes den beiden ein Bild malen könnte, dass sie an dieses besonderen Tag erinnern würde. Er wünschte sich ausdrücklich keine Landschaft, sondern ein romantisches Motiv. 

Obwohl es schon eine grobe Richtung war, fehlte nach wie vor die zündende Idee. An Menschen getraue ich mich noch nicht so richtig ran, also blieben mir nur Naturmotive. Daher bat ich meinen jüngeren Bruder um Hilfe. Ich wusste, er hat eine ganze Sammlung an Fotos von schönen Tierbildern. Ich bat ihn, mir ein paar romantische Tierbilder zu schicken, was er auch tat. Letztendlich blieb ich an einem Schwanenpaar hängen.

 

Doch die Schwäne nur mit Wasser zu malen war mir zu langweilig. Außerdem wie sollte dieses Motiv an die Hochzeit erinnern? Ich schaute mir die Hochzeitseinladung näher an. Die Mottofarbe war lavendelfarben und es stand ein Text aus den Psalmen darauf. Also konnte ich diese Elemente in das Bild mit einfließen lassen. 

Da das Brautpaar die Natur und Berge lieben, suchte ich nach einem passenden Hintergrund und probierte mich an einem ersten Probebild.

Aber damit war ich nicht zufrieden. Es war insgesamt zu langweilig und zu wenig romantisch. 

Also dachte ich mich mir: weg mit den Bäumen und lieber ein Wasserfall in das Bild! Um es noch etwas romantischer zu machen, sollte außerdem die ganze Szene im Sonnenuntergang gemalt werden. Et voila: innerhalb eines Nachmittags stand Versuch Nummer 2: 

Trotzdem war ich noch nicht zu 100% zufrieden. Es fehlte mir noch etwas der Kontrast. Aber insgesamt gefiel mir der Entwurf deutlich besser. So ging es an das Malen des großen Bildes. Ich versuchte das violett überall in das Bild mit hineinzubringen mit Gelb im Sonnenuntergang als Komplementärkontrast. In der originalen Größe konnte ich auch mehr Details hineinarbeiten.
In drei, vier Tagen malte ich das Bild und veränderte in den darauffolgenden Tagen immer noch ein paar Details.
Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Gesamtwerk zufrieden, wobei ich dennoch noch einiges an Wachstumspotential sehe.  

Was ich beim Malen dieses Bildes gelernt habe war, wie schwierig es ist, die richtige Komposition zu finden und ein Bild stimmig zu machen, ohne dass es zu langweilig wird. Das Bild hat mich sehr lange beschäftigt und ich habe viel Herzblut hineingesteckt, weil ich es für mein Brüderchen so perfekt wie möglich haben wollte. Aber auch wenn es nicht absolut perfekt ist, so hat sich das Brautpaar sehr darüber gefreut. Sie haben es ihren zukünftigen Kollegen in einem tscheschichen Gesundheitszentrum gezeigt, die daraufhin gleich alle ihre Gästezimmer mit meinen Bildern bestückt haben wollten. Das war für mich als Anfängerin in der Acyrlmalerei ein großes Kompliment, da sie bereits sehr schöne Ölgemälde in den Zimmern hängen haben. 

In der Slideshow könnt ihr noch einmal die Entstehung der Schwanenromantik mitverfolgen:

Das war die Geschichte zu meiner Schwanenromantik. Für mich ist und bleibt dieses Bild etwas ganz besonderes. Im nächsten Beitrag geht es in den hohen Norden an eine stürmische Küste! 

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