November. Das ist der Monat, den die meisten Menschen am wenigsten mögen. Es ist oft der düsterste und traurigste Monat im Jahr. Während der Oktober mit seinem bunten Laub oft noch golden in der Sonne glänzt, läutet der November nun definitiv die kalte Jahreszeit an. Es wird zunehmend kälter, die Tage immer dunkler. Oft ist es zudem feucht und nebelig. Die Bäume verlieren das letzte Laub. Es summen keine Insekten mehr über die Wiesen. Auch die letzten Zugvögel begeben sich auf ihre weite Reise in den warmen Süden. Die Menschen zieht es nicht mehr nach draußen und müssen ihr Dasein in ihren Wohnungen und Häusern fristen. Die Welt wird ruhig.
Während für die meisten Menschen eine trostlose Zeit beginnt, gibt es andere, die dieser Jahreszeit viel positives abgewinnen können. Ich zähle zu diesen Personen. Für mich ist der November kein trostloser Monat. Ganz im Gegenteil. Mich fasziniert der Nebel und ich liebe diese mystische Stimmung. Nichts geht bei diesem Wetter über einen Spaziergang durch einen Friedhof oder einen Wald.
Außerdem bin ich nicht böse, dass man nicht mehr so viel rausgehen kann, denn dann brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich einfach zu Hause bleiben möchte, um zu malen. Für mich gibt es keine schönere Jahreszeit zum Malen als der Winter. Draußen kann es stürmen, schneien oder aus Kübeln schütten, doch ich sitze gemütlich an meinem Malprojekt und genieße die wollige Wärme zu Hause. Neben meiner Farbpalette steht eine Tasse mit dampfendem Punsch, der einen weihnachtlichen Duft im Raum verströmt. Kleine Lichter sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Bei schöner Musik, einer guten Predigt oder einem spannenden Hörbuch sich dann in ein Malprojekt zu vertiefen ist Entspannung pur.
Die Entstehung des Bildes
So ähnlich war es auch im November 2021. Nur war dieser November anders als andere. Wie die Jahreszahl verrät, befanden wir uns inmitten der Coronapandemie. Zusätzlich zu einem tristen Monat kam noch die mentalen Herausforderungen der Coronamaßnahmen. Viele hatten in dieser Zeit schwer zu kämpfen. Für mich war in dieser Zeit das Malen eine gute Hilfe, um abzuschalten und die Gedanken auf etwas Schönes zu lenken.
In dieser Zeit beschäftigte ich mich mit Tropfen. Ich finde Wassertropfen sehr faszinierend. Also schaute ich mir einige Youtube- Tutorials an, wie man Wassertropfen malte und probierte es aus. Ich fand auf Youtube ein Video mit einem Bild auf dem Wassertropfen auf einer Fensterscheibe gemalt wurden. Das versuchte ich nachzumalen. Zunächst malte ich eine Version auf Acyrlpapier. Irgendwie gefiel mir das Motiv und so entschied ich, das Ganze noch einmal schöner auf einer kleinen Leinwand zu malen. Der Tag war ein typischer Novembertag. Es regnete und stürmte draußen. Doch ich war vollkommen glücklich in meiner Wohnung dieses kleine Bild zu malen. Das Malen entrückt einen hinweg von all seinen Problemen und den ganzen Stress in eine andere Welt. Der Lockdown, das traurige Wetter und all die persönlichen Sorgen rücken weit in den Hintergrund und die Seele kann aufatmen.
Dies drückt das kleine Bild aus. Im Hintergrund ist alles grau und verschwommen. Man kann etwas von dem Blick aus dem Fenster erahnen, aber man sieht nicht klar. Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es. Eine kleine Kerze im Fenster erleuchtet das Dunkel. Sein munter flackerndes Licht bringt etwas Wärme und Hoffnung in die Kälte des Winters.
Ich habe dieses Motiv nicht nur gemalt, um Tropfen zu üben. Bereits in dieser Zeit schwirrten mir so verrückte Ideen in meinem Kopf herum, wie Postkarten und dergleichen drucken zu lassen. So dachte ich mir, dass dieses Motiv ein guter Anfang wäre. Ich digitalisierte das fertige Bild und fügte am Computer einen Bibeltext hinzu. Ich suchte einen Text, der Hoffnung vermitteln würde. Schlussendlich fiel die Wahl des Textes auf den berühmten Psalm 23 und dort den 4. Vers:
„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“
Dieser Bibeltext hat schon vielen Menschen in verschiedensten Notlagen Trost gespendet. Für mich waren die Jahre 2020 bis Anfang 2022 so ein finsteres Tal. Nicht nur wegen der Coronapandemie, sondern auch wegen meiner Gesundheit. Ende 2021 brach für mich meine ganze Welt zusammen (wer mehr darüber nachlesen möchte, kann das hier tun). Doch davon wusste ich noch nichts als ich im November dieses Bild malte und es als Postkarte drucken ließ.
Möchte überhaupt jemand meine Postkarte?
Ich wollte eigentlich nur 50 Postkarten als Probedruck machen lassen, doch es kamen aus irgendeinem Grund deutlich mehr bei mir an. Wahrscheinlich hat die Druckerei eine Null zu viel hinzugefügt. Damals hatte ich noch nicht so viel Erfahrung mit der digitalen Bearbeitung. Deswegen passte das Format nicht und die Postkarte wurde mit einem weißen Rand geliefert. Den habe ich mühevoll bei jeder einzelnen Postkarte abgeschnitten.
Ich war mir nicht sicher, wie sie bei den Menschen ankommen würde oder ob überhaupt jemand Interesse daran hätte.
Als ich letztes Jahr meinen ersten Stand auf der ASi-Tagung hatte, war ich erstaunt, wie gerne die Leute doch auch nach dieser Postkarte griffen. Inzwischen sind von dem ersten Druck nur noch ein paar wenige übrig.
Letztes Jahr fragte mich mein älterer Bruder, ob wir die Postkarte auch auf Tschechisch und Sorbisch übersetzen könnten. Das war kein Problem. Inzwischen hatte ich schon einiges mehr an Erfahrung bei der digitalen Überarbeitung meiner Bilder. So änderte ich das Format und vergrößerte den Rahmen meines ursprünglichen Bildes, sodass kein weißer Rand mehr auf der Postkarte erscheinen würde.
Wir haben bisher 500 Postkarten jeweils für die Sorben und Tschechen drucken lassen. Die Postkarten auf Sorbisch gehen nun inzwischen in die dritte Auflage. Als ich an einem tristen Novemberabend im Jahr 2021 dieses Motiv gemalt habe, hätte ich mir nie träumen wagen, dass es so gut angenommen wird. Es war eigentlich nur ein Übungsbild, um Regentropfen malen zu lernen.
Rückblickend stehe ich staunend da. Manchmal wollen wir Großes für Gott tun und die Welt verändern. Doch oft sind es die kleinen, unscheinbaren Dinge, die Gott gebrauchen möchte, um durch ein kleines Licht die dunkle Nacht der Welt zu erleuchten. Als ich 2020 mit dieser Internetseite und dem Blog angefangen habe, habe ich es Gott geweiht. Alles hier, soll zur Verherrlichung seines wunderbaren Namens dienen. Am Anfang wusste ich nicht, ob überhaupt jemand sich für das interessieren würde, was ich hier schreibe und was ich male.
Doch inzwischen habe ich im Schnitt 500 Besucher täglich auf meiner Internetseite. Ich weiß nicht, wer diese kostbaren Menschen sind, die das hier lesen. Aber gelegentlich bekomme ich positive Rückmeldungen, denen meine Beiträge ein Segen waren. Das ermutigt mich, weiterzumachen.
Ein kleines Licht kann einen Saal erhellen
Was ich daraus lerne ist, dass wir manchmal durch ein finsteres Tal gehen müssen. Gott bewahrt uns nicht vor allem Negativen. Er weiß, wenn wir seiner Fürsorge vertrauen, dann wird unsere Erfahrung uns selbst stärken und vielen anderen zum Segen werden. Diese Internetseite ist entstanden, weil ich im Lockdown etwas Sinnvolles für Gott tun wollte. Obwohl es mir in diesen Jahren nicht so gut ging und ich nicht wusste, was die Zukunft bringen würde, hielt ich vertrauensvoll an meinem Gott fest und weihte ihm alles, was ich hatte. Das Aufschreiben meiner eigenen Geschichte sowie die Geschichte meiner Bilder war für mich selbst Therapie. Doch nahm Gott das Kleine und Unbedeutende, was ich ihm anbot und macht etwas Größeres und Schöneres daraus. Aus dieser einen kleinen Kerze, die ich im November 2021 malte, entstanden durch den Druck dieses Motives bisher 1200 neue Kerzen, weitere 500 kommen dieser Tage hinzu. Eine Kerze kann in absoluter Dunkelheit einen kleinen Raum schemenheft beleuchten. Aber wie viel Licht bringen 1700 Kerzen? Sie können einen ganzen Saal erhellen und funkeln lassen!
Es fing alles mit einer kleinen Kerze im Fenster an. Daraus sind 1700 Kerzen in drei verschiedenen Sprachen entstanden. Möge das Licht dieser Kerzen nie erlöschen und noch viele weitere Kerzen entzünden!
Was ist dein kleines Licht, das du leuchten lassen könntest? Vielleicht sagst du dir, dass deine Gabe zu klein, zu unbedeutend, zu schlecht sei, um etwas zu bewegen und zu verändern. Doch wenn du diese kleine Gabe zu Gott bringst, sie ihm weihst und dich ihm ganz zur Verfügung stellst, dann wird er etwas Großes daraus machen! Manchmal sehen wir die Auswirkungen nicht (sofort). Doch in der Ewigkeit werden wir sehen, wie kostbar ein freundliches Lächeln, ein warmer Händedruck und ein ermutigendes Wort gewesen war. In der Ewigkeit werden wir erst sehen, wie die kleinste Gabe, die wir Gott von Herzen geweiht haben und zu seiner Ehre eingesetzt haben, große Früchte hervorgebracht hat.
So hoffe ich, dass dieses einfache Motiv zusammen mit dem Bibeltext aus Psalm 23 beständig weiter sein kleines Licht leuchten lassen kann und noch in viele traurige Herzen Frieden und Trost bringen kann.
Wenn du dieses Licht weitertragen möchtest, dann besuche meinen Onlineshop! Dort kannst du die Postkarte in allen drei Sprachen erwerben!
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