Lavendelfelder in der Toscana

Heute nehme ich euch in diesem Blogeintrag mit ins Krankenhaus.  

Es war eine Entscheidung, vor der ich mich sehr lange gescheut hatte, doch im März war es dann soweit. Ich unterzog mich einer Radiojodtherapie. Da man bei so einer Therapie zwei Tage das Zimmer nicht verlassen durfte und dann noch einige weitere Tage auf der Station bleiben muss, habe ich mich vorsorglich mit ausreichend Leselektüre und meinem Malzeug ausgestattet und bin mit einem riesen Koffer im Krankenhaus einmarschiert. Das war auch gut so. Denn in meinem Fall fühlte sich die radioaktive Strahlung in meinem Körper sehr wohl, so dass ich insgesamt drei Wochen stationär bleiben musste. Danach musste ich noch eine weitere Woche in Quarantäne und 2m Abstand zu Menschen beim Einkaufen halten. Ich war einiger Maßen erstaunt als ich feststellte, dass ich gar nicht auf den Abstand achten musste, denn das taten bereits alle anderen Menschen. In den drei Wochen, in denen ich von der Welt abgeschirmt war, hatte sich diese grundlegend geändert. Die Corona-Welle hatte Deutschland erreicht… 

Doch zurück ins Krankenhaus. Ob die Zeit im Krankenhaus einigermaßen erträglich ist, hängt nicht nur vom Essen und dem Personal, sondern vor allem auch von seinen Zimmergenossen ab. Da ich die Gewohnheit habe, alles in die Hände meines allmächtigen Gottes zu legen, betete ich auch vorher bereits für meine zukünftige Zimmergenossin. Es war wohl auch etwas egoistisch, denn ich wollte keine alte, schnarchende Dame in meinem Zimmer haben.  

Das war nicht der Fall! Ich bekam eine freundliche Dame mittleren Alters mit der selben Diagnose wie ich in mein Zimmer. Beziehungsweise durfte ich sogar mit ihr die Vorzüge eines Privatpatientenzimmers genießen, da sie Privatpatientin war. Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Das war auch sehr wichtig, denn wir mussten 48h gemeinsam ein Zimmer teilen. Niemand durfte den Raum verlassen. Natürlich bekam sie schnell mein Hobby mit und half mir mit ihren Kommentaren beim Malen. Das folgende Bild ist eines, das ich bereits zu Hause angefangen hatte, aber im Krankenhaus vollendet habe. Es war nach einem Tutorial von Angela Anderson gemalt, deren Arbeiten ich sehr schätze.

Meine Zimmergenossin und ich verbrachten fünf (den Umständen entsprechende) angenehme Tage miteinander. Als klar wurde, dass sie nach Hause gehen durfte, ich aber noch einiges länger bleiben würde, bot ich ihr an, für sie ein Bild zu malen. Ich fragte nach einem Motiv und gemeinsam suchten wir bei Youtube nach einer schönen Idee. Diese war schnell gefunden. Es war ein Tutorial von John Magne Lisondra. 

Innerhalb eines Tages zauberte ich das Bild auf Acrylpapier. Es ging recht gut und leicht. Nur der Lavendel bereitete mir etwas Kopfzerbrechen. Den habe ich nicht ganz so gut hinbekommen.  

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß beim Malen dieses Bildes und damit war wieder ein Tag im Krankenhaus sinnvoll genutzt.  

Das Bild zog mit meiner Leidensgenossin aus und fand mit einem schönen Rahmen ein Plätzchen in deren Wohnung.  

Nun blieb ich allein im Zimmer zurück und musste kurze Zeit später in ein dunkleres Zimmer umziehen. Dort blieb ich für die restliche Zeit alleine. 

Insgesamt habe ich in der Zeit fünf Bilder gemalt und ein fünftes angefangen, aber aufgegeben. Ein weiteres dieser Bilder möchte ich euch im nächsten Beitrag vorstellen. 

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