Frau im Regen und Gedanken zum Jahreswechsel

Hallo zusammen!

Ich melde mich mal wieder zu Wort! Mein letzter Eintrag ist genau zwei Monate her. Für mich waren es zwei sehr ereignisreiche Monate, die einiges in meinem Leben durcheinander gehauen haben. Jetzt sitze ich hier am Ende des Jahres 2021 an meinem Laptop und denke über das vergangene Jahr nach. 

Rückblickend lief das Jahr komplett anders als geplant. Am Anfang des Jahres war mir klar, dass ich – egal, was auch passieren würde – zwei Monate nach Kolumbien gehen würde. Aus diesem Plan wurde nichts wegen der massiven Aufstände dort. Dafür durfte ich meine erste mehrtägige Segelreise auf der Roald Amundsen erleben, was für mich ein gigantisches und nachdrückliches Erlebnis war! 

Aber wenn ich jetzt auf diesen Urlaub zurück blicke, der noch kein halbes Jahr zurück liegt, dann kommt mir das wie ein Erlebnis aus einer anderen Welt vor. In den letzten zwei Jahren hat sich unsere Welt massiv verändert. Inzwischen beginnt bereits das dritte Jahr der Corona-Pandemie. Niemand hätte sich am Anfang vorstellen können was so ein kleiner Virus für massive Auswirkungen auf uns alle haben wird. (Hier im Bild übrigens von einer sehr talentierten Frau gehäckelt: unsere Coronafamilie.)

Durch die neuen Coronamaßnahmen der letzten zwei Monate musste ich eine Entscheidung treffen, wie ich mit der politischen Situation umgehen möchte. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass sich unsere Gesellschaft wegen so eines Themas so spalten könnte. 

Noch vor drei Wochen hatte ich relativ klare Vorstellungen, wie das Jahr 2022 für mich aussehen sollte. Doch heute stehe ich hier und habe keine Idee, wo ich beruflich und privat in drei Monaten sein werde.
Die Ereignisse der letzten Wochen und die ganzen Maßnahmen rund um die Coronasituation haben mich eine Unmenge an Energie gekostet. Es war nur noch Kraft da, um weiter zu funktionieren.
Ich habe versucht zu zeichnen oder zu malen, doch ich musste immer wieder nach wenigen Minuten aufgeben. Meine ganzen Ideen und die Motivation waren spurlos verschwunden.  

Umso dringender notwendig sind die zwei Wochen Weihnachtsurlaub, die ich momentan genießen darf. Fast eine ganze Woche habe ich benötigt, um wieder ein bisschen Motivation für irgendeine Aktivität zu bekommen. 

Gestern besuchte ich eine meiner besten Freundinnen. Sie schenkte mir ein Set hochwertiger Acyrlfarben zu Weihnachten. Die Zeit und die Gespräche mit ihr sowie das Geschenk lösten bei mir irgendwie einen Knoten. Auf einmal schossen Ideen für Malmotive in meinen Kopf und ich hatte wieder Lust, den Pinsel in die Hand zu nehmen! 

Ich suchte bewusst ein Motiv, was meiner Stimmung angemessen war. So stieß ich im Internet auf das Motiv des heutigen Bildes. Es ist Herbst und es regnet. Eine Frau läuft allein im Regen durch einen Park. Zum Malen des Bildes benutzte ich nur schwarz und weiß. Lediglich der Regenschirm und der Schal waren rot als Kontrast zum dem Grau.

 

Die Umgebung des Bildes ist trist und grau. Das passt zu meiner gedrückten Stimmung. Die Hauptfarben sind schwarz und weiß. In unserer aktuellen politischen Lage habe ich das Gefühl, dass es auch nur noch diese zwei Farben gibt: entweder Querdenker oder Coronagläubiger, Impfgegner oder Impfbefürworter, rechtsradikal oder politisch korrekt. Wo sind die ganzen Grautöne und all die anderen Farben in ihrer Vielfalt geblieben? 

Der Betrachter sieht nicht, wohin der Weg auf dem Bild führt. So kann ich aktuell nicht sehen, wohin mein Weg mich im nächsten Jahr führen wird. Es fühlt sich so an, als müsste ich den Weg alleine gehen. Ein Weg, bei dem ich nicht weiß, wo er enden wird.  

Trotzdem ist das Bild nicht ganz so traurig. Der rote Schirm und der Schal sorgen für einen farblichen Kontrast und machen das Bild lebendig. Schal und Schirm schützen die Frau vor Näße und Kälte. Sie bringen Wärme und Geborgenheit in eine kalte, trostlose Landschaft. Genauso spenden die Staßenlaternen Licht und zeigen dem Spaziergänger den richtigen Weg.  

Obwohl die aktuelle Situation besser sein könnte und die Zukunft ungewiss ist, gibt es trotzdem Dinge, die den Weg leichter machen und das Leben erhellen. Familie und Freundschaften sind zum Beispiel solche Dinge. Oder auch der Glaube an einen Gott, der die ganze Situation überblickt und viel mehr sieht als ich. Er kann uns sicher in diese ungewisse Zukunft führen. Er möchte Schirm, Schutz und Licht auf unserem Lebensweg sein.  

Während ich diese Zeilen schreibe, kommt mir Psalm 91 in den Sinn, den ich sehr passend für unsere weltweite Lage finde. In diesem Lied aus der Bibel wird gläubigen und gehorsamen Christen Gottes Schutz versprochen. Das heißt nicht, dass er von allem Leid verschont bleibt, sondern dass Gott die Oberhand behält und nur Prüfungen zulässt, die wir auch ertragen können: 

 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: / Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.  Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,  dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.  Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite / und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, wie den Frevlern vergolten wird.  Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.  

Ich weiß nicht, wohin mich das Jahr 2022 führen wird, aber ich vertraue dem, der es weiß. In meinem Leben gab es bereits noch dunklere Tage, aber mein Vertrauen in meinen Gott wurde bisher nie enttäuscht. Daher bleibt mir nichts anderes übrig als das alte Jahr in diese allmächtigen Hände zurück zu legen und vertrauensvoll das neue Jahr aus dieser selben liebevollen und zarten Hand zu nehmen.  

Am Ende bleibt der Gedanke, dass dieses Leben hier für einen Christen nur ein Pilgerlauf in die ewige Heimat ist. Der Lebensweg mag oft voller Entbehrungen und Enttäuschungen sein, aber zuletzt erwartet ihn ein neuer Himmel und eine neue Erde.  

Trotz alledem bietet das Leben auch viele schöne Momente und Erlebnisse. Die gilt es einzufangen und im Herzen zu bewahren. Ich bin guter Dinge, dass es viele solcher Tage für uns alle auch im neuen Jahr geben wird! 

In diesem Sinne wünsche ich dir, lieber Leser, einen ruhigen Jahresausklang und ein gesegnetes Jahr 2022! 

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