Die Frau im Mohnfeld

Das Bild, das ich euch heute vorstellen will, ist ein kleines Bildchen. Es wurde innerhalb eines Tages auf Acrylpapier gemalt. Wie im letzten Beitrag erwähntLavendelfelder in der Toscana, ist dieses Bild auch im Krankenhaus dieses Frühjahr entstanden. 

Dieses Jahr sollten zwei Hochzeiten stattfinden, zu denen ich eingeladen worden war. Anfang des Jahres wusste ich, dass ich die beiden Paare mit jeweils einem selbstgemalten Bild beschenken wollte, aber wie bereits im Beitrag über das Bild “Schwanenromantik” erwähnt, fiel es mir schwer, entsprechende Motive zu finden. Ich spielte mit dem Gedanken ein Hochzeitspaar in einem romantischen Hintergrund zu malen. Nur gab es da ein Problem: Ich habe noch nie Menschen gemalt, sondern nur gezeichnet. Deswegen war mein fester Vorsatz für die Zeit im Krankenhaus mich am Malen von Menschen zu üben und zu schauen, was passiert. Mein erster Gehversuch in diese Richtung ist das Bild, was ich euch heute vorstellen will. Es ist ein Youtube-Tutorial von Angela Anderson. Sie hat in ihrem Kanal eine Riesenauswahl wunderschöner Bilder. Doch dieses hier hat mich schon sehr früh angelacht. Im Krankenhaus, komplett radioaktiv verstrahlt, malte ich dieses Bild. Ich hatte Angst, dass ich die Größenverhältnisse nicht hinbekommen würde oder dass ich das Kleid nicht malen könnte. Doch das alles ging ganz ohne Probleme. Für die Größenverhältnisse half ein Raster, das ich vorher mit Bleistift gezeichnet hatte. Damit und mit den tollen Erklärungen von Angela Anderson machte das Bild gar keine Schwierigkeiten. Die einzige kleine Herausforderung war die Hautfarbe. Aber nach ein paar Mischversuchen hatte ich auch die gefunden. Und so entstand in wenigen Stunden dieses schöne Bild: 

Eine Idee für ein Hochzeitsmotiv war ein Wald auf dessen Weg ein Pärchen Hand in Hand läuft. Deswegen malte ich während meines Krankenhausaufenthaltes noch dieses Bild: 

 

Sailor

Da ich mich ja an Menschen üben wollte, versuchte ich diese Skizze in Farbe zu bringen. Aber der Versuch scheiterte kläglich. Alles, was ich zustande brachte wir ein rosafarbenes Schweinchengesicht. Deswegen war Zeit für ein anderes Tutorial von Angela Anderson, um ein bisschen ein Gefühl für die Gesichtspartien zu bekommen. Dieses Bild war deutlich herausfordernder. Es ist nicht ganz perfekt geworden, aber für den ersten  Versuch ganz ok. 

Inzwischen war ich bereits zwei Wochen im Krankenhaus und eine Woche allein auf dem Zimmer. Ich hatte niemanden zum reden und durfte nur auf der Terrasse unserer Station etwas frische Luft schnappen und “Sport” machen. Meine radioaktive Strahlung wollte einfach nicht den Körper verlassen, weswegen sich mein Entlasstermin immer weiter hinaus verzögerte. Irgendwann habe ich einen Lagerkoller bekommen – ich war frustriert, weil ich mir das alles anders vorgestellt hatte. Das wirkte sich auf das Malen auf. Von meinen Misserfolgen war ich auch frustriert, weswegen ich nicht weiter im Krankenhaus gemalt habe, sondern stattdessen viel gelesen und an einem anderen -digitalen- Projekt gearbeitet habe. 

Ich freute mich sehr auf meine Wohnung, darauf selber zu kochen, wieder einmal einkaufen zu gehen, mich auf einer Couch zu aalen und eine große Leinwand zu bemalen. Noch mehr sehnte ich mich nach den Bergen, nach einem ausgiebigen Spaziergang im Wald und all den anderen schönen Dingen in der Natur. Da ist mir bewusst geworden, wie selbstverständlich man all diese Dinge hinnimmt. Es ist immer wieder gut sich an den “selbstverständlichen” Dingen im Leben zu erfreuen und nach den kleinen Segnungen Ausschau zu halten, die unseren Lebensweg bunter und fröhlicher machen. 

Hier seht ihr ein Foto, dass ich an dem Tag gemacht hatte, an dem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Eines der ersten Dinge, die ich getan hatte, war ein ausführlicher Waldspaziergang. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, durch den Wald zu gehen, die Waldluft einzuatmen, die Vögel zwitschern zu hören und die Muskeln richtig arbeiten zu lassen. Das ist Leben! 

Lavendelfelder in der Toscana

Heute nehme ich euch in diesem Blogeintrag mit ins Krankenhaus.  

Es war eine Entscheidung, vor der ich mich sehr lange gescheut hatte, doch im März war es dann soweit. Ich unterzog mich einer Radiojodtherapie. Da man bei so einer Therapie zwei Tage das Zimmer nicht verlassen durfte und dann noch einige weitere Tage auf der Station bleiben muss, habe ich mich vorsorglich mit ausreichend Leselektüre und meinem Malzeug ausgestattet und bin mit einem riesen Koffer im Krankenhaus einmarschiert. Das war auch gut so. Denn in meinem Fall fühlte sich die radioaktive Strahlung in meinem Körper sehr wohl, so dass ich insgesamt drei Wochen stationär bleiben musste. Danach musste ich noch eine weitere Woche in Quarantäne und 2m Abstand zu Menschen beim Einkaufen halten. Ich war einiger Maßen erstaunt als ich feststellte, dass ich gar nicht auf den Abstand achten musste, denn das taten bereits alle anderen Menschen. In den drei Wochen, in denen ich von der Welt abgeschirmt war, hatte sich diese grundlegend geändert. Die Corona-Welle hatte Deutschland erreicht… 

Doch zurück ins Krankenhaus. Ob die Zeit im Krankenhaus einigermaßen erträglich ist, hängt nicht nur vom Essen und dem Personal, sondern vor allem auch von seinen Zimmergenossen ab. Da ich die Gewohnheit habe, alles in die Hände meines allmächtigen Gottes zu legen, betete ich auch vorher bereits für meine zukünftige Zimmergenossin. Es war wohl auch etwas egoistisch, denn ich wollte keine alte, schnarchende Dame in meinem Zimmer haben.  

Das war nicht der Fall! Ich bekam eine freundliche Dame mittleren Alters mit der selben Diagnose wie ich in mein Zimmer. Beziehungsweise durfte ich sogar mit ihr die Vorzüge eines Privatpatientenzimmers genießen, da sie Privatpatientin war. Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Das war auch sehr wichtig, denn wir mussten 48h gemeinsam ein Zimmer teilen. Niemand durfte den Raum verlassen. Natürlich bekam sie schnell mein Hobby mit und half mir mit ihren Kommentaren beim Malen. Das folgende Bild ist eines, das ich bereits zu Hause angefangen hatte, aber im Krankenhaus vollendet habe. Es war nach einem Tutorial von Angela Anderson gemalt, deren Arbeiten ich sehr schätze.

Meine Zimmergenossin und ich verbrachten fünf (den Umständen entsprechende) angenehme Tage miteinander. Als klar wurde, dass sie nach Hause gehen durfte, ich aber noch einiges länger bleiben würde, bot ich ihr an, für sie ein Bild zu malen. Ich fragte nach einem Motiv und gemeinsam suchten wir bei Youtube nach einer schönen Idee. Diese war schnell gefunden. Es war ein Tutorial von John Magne Lisondra. 

Innerhalb eines Tages zauberte ich das Bild auf Acrylpapier. Es ging recht gut und leicht. Nur der Lavendel bereitete mir etwas Kopfzerbrechen. Den habe ich nicht ganz so gut hinbekommen.  

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß beim Malen dieses Bildes und damit war wieder ein Tag im Krankenhaus sinnvoll genutzt.  

Das Bild zog mit meiner Leidensgenossin aus und fand mit einem schönen Rahmen ein Plätzchen in deren Wohnung.  

Nun blieb ich allein im Zimmer zurück und musste kurze Zeit später in ein dunkleres Zimmer umziehen. Dort blieb ich für die restliche Zeit alleine. 

Insgesamt habe ich in der Zeit fünf Bilder gemalt und ein fünftes angefangen, aber aufgegeben. Ein weiteres dieser Bilder möchte ich euch im nächsten Beitrag vorstellen. 

Das Märchenschloss

Im heutigen Beitrag geht es um ein kleines Bild, 20x30cm, auf Malkarton gemalt. Im ursprünglichen Gedanken sollte es nur eine Geburtstagskarte werden. Die “Karte” ist dann doch etwas größer ausgefallen als gedacht. 

Das Bild wurde für dieselbe Freundin gemalt, für die auch das Bild im letzten Beitrag gemalt wurde. Diese liebe Freundin hat das Bild für ihren letzten Geburtstag, der im Oktober ist, erst dieses Jahr Ende April erhalten.  Zum diesjährigen Geburtstag musste sie nicht ganz so lange warten. Immerhin kam es “nur” fünf Tage nach ihrem Geburtstag bei ihr an.  

Eigentlich wollte ich ein einfaches Motiv wählen, das schnell gemalt ist. Ich wusste, dass diese Freundin alte Kirchen und Burgen liebt. Bei dem ersten Bild habe ich solche Motive abgelehnt, weil sie mir zu komplex erschienen. Aber dieses Jahr dachte ich mir, ich will es probieren. 

Gesagt – getan. Nur was für eine Burg sollte es sein? Als gut integrierte Bayerin fiel mir natürlich sofort DAS Motiv ein. Es war keine Burg, aber dafür DAS Märchenschloss schlechthin! Das Schloss, das Disney als Vorlage für sein Markenzeichen galt – das Schloss Neuschwanstein. 

Der Malprozess ging leichter von der Hand als gedacht. In zwei Abenden war das Werk vollendet. Natürlich habe ich das Bild recht einfach gehalten und viele Details weggelassen. Das fiel mir nicht leicht, weil ich mich sehr gerne in den Details verrenne. Aber daher war das natürlich eine gute Übung für mich, um zu lernen, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.  

Schloss Neuschwanstein, gemalt im Oktober 2020, 20x30cm Malkarton

 

Da das Bild für eine Pastorin gemalt wurde, sollte ein ermutigender Bibelvers nicht fehlen. Daher fiel die Wahl auf einen Ausspruch Davids:

HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz! 

Dieser Vers stammt aus dem 18. Psalm, den der König David einst geschrieben hat. Ich liebe diesen Psalm, weil er die Größe und Allmacht Gottes darstellt. David war auf der Flucht vor König Saul. Dieser wollte David umbringen, weil er wusste, dass er seinen Platz als König einnehmen sollte. Das gefiel dem König Saul ganz und gar nicht. Deswegen verfolgte er David und wollte ihn umbringen. Doch Gott beschützte den jungen Hirten und Liederdichter David. Im Kampf mit den feindlichen Philistern fand der König Saul schließlich den Tod. So war David befreit von der Verfolgung durch Saul und wurde zum König über das Volk Israel gekrönt.  Aus Dankbarkeit Gott gegenüber schrieb David diesen Psalm. Er beschreibt Gottes Reaktion auf seinen Hilferuf mit drastischen Worten: Wenn Gott seine Stimme erschallen lässt, erzittern die Berge und Hagel und Feuerkohlen fallen auf die Erde hinab. Wenn Gott mit seiner Nase schnaubt, dann werden die Betten des Wassers und die Fundamente der Welt aufgedeckt. So groß war der Gott Davids. 

Er griff aus der Höhe, erfasste mich, zog mich heraus aus großen Wassern. Er rettete mich vor meinem starken Feind und vor meinen Hassern, denn sie waren mächtiger als ich. 

In diesem Psalm steht auch einer meiner Lieblingstexte aus der Bibel: 

Gott umgürtet mich mit Kraft und untadelig macht er meinen Weg. 

Dieser Vers hat mir schon oft Kraft gegeben, ganz besonders in den letzten Monaten, als ich mich schwach fühlte. Jeden Morgen durfte ich Kraft aus dieser Kraftquelle schöpfen. Sie hat immer für jeweiligen Tag gereicht. Auch um den Feinschliff meines Charakters kümmert sich dieser Gott Davids. Er sorgt dafür, dass meine Wege den seinen entsprechen. Vor 10 Jahren habe ich die Entscheidung gefällt, mit diesem Gott meinen Lebensweg zu gehen. Seit dem ist kein einziger Tag vergangen, an dem ich diese Entscheidung bereut hätte. Auch wenn der Weg oft steinig ist und man nur ein Stück weit vorausschauen kann, so weiß ich, dass es jemanden viel mächtigeren als mich gibt, der den Weg gut kennt und mich sicher führt. 

Diese Erfahrung wünsche ich jedem, der diese Zeilen gelesen hat!  

 

Waldromantik

Heute möchte ich euch ein Bild vorstellen, dass ich für eine ganz
besondere Freundin gemalt habe. Sie ist wie ich eine
hoffnungslose Romantikerin. Sie liebt alte Schlösser, Burgen
und besonders Kirchen, da sie Pastorin ist. Wir waren lange auf
der Suche nach einem Motiv, das ihr gefallen würde. An Burgen,
Schlösser und Kirchen habe ich mich noch nicht so recht
herangetraut. Da meine Freundin aber auch leidenschaftliche
Pfadfinderin ist, war eine romantische Landschaftsszene keine
verkehrte Idee.

Wir lieben beide die Natur, die Berge und Wälder. So habe ich
nach längerem Suchen ein idyllisches Motiv gefunden. Es war
ein sehr schönes, wenn auch sehr komplexes Motiv. Ich habe es
deutlich vereinfacht, denn bereits das Probebild hat mich an
meine künstlerischen Grenzen gebracht.

Allein  die Perspektive richtig hinzubekommen fiel mir sehr schwer. Leider ist es mir auch im Original nicht gelungen, die gewünschte Perspektive und Tiefe im Bild einzufangen.

Was ebenso herausfordernd war, war das Malen der Steine und Felsen. Dies fällt mir seit Beginn meiner Malerei-Laufbahn schwer. Um dieses Bild zu malen, habe ich unzählige Youtubetutourials angeschaut. Mehrmals habe ich die Steine wieder übermalt und von vorne begonnen.

Auch wenn es ein steiniger Prozess war, so hat es doch Spaß gemacht, denn ich liebe Herausforderungen! Nur so kann man vorwärts kommen. Dennoch hat mich das Bild einiges an Nerven gekostet.

Sicherlich gibt es vieles, was man an diesem Bild verbessern könnte. Aber während des Malens und auch danach habe ich richtig Lust bekommen, für einige Zeit in so einer Hütte im Wald zu wohnen – fern ab von dem Trubel unserer Welt. Als ich das Bild gemalt habe – es war im Januar/Februar 2020 – begann sich Covid-19 in der Welt breit zu machen. Dieses Bild dagegen weiß nichts von diesem Virus. Es ist eine andere Welt. Eine Welt, in der man eins mit der Natur ist. Es gibt zwar kein Internet, kein Strom und kein fließend Wasser. Dafür gibt es die Wärme eines knisternden Feuers, die Ausgeglichenheit der Natur sowie die geheimnisvollen Geräusche des Waldes.

Gerade in der Zeit des Lockdowns war die Natur für mich ganz besonders wichtig. Getrennt von Arbeit, Freunden und Familie habe ich in der Natur ein Stück Heimat gefunden. Wenn man in der Natur spazieren geht, ist man dem Schöpfer dieser Wunderwerke viel näher als in den von uns geschaffenen künstlichen Räumen. Wenn ich im Wald spazieren oder in den Bergen wandern gehe, dann sehe ich in der Schöpfung die Liebe des Schöpfers. Er hat die mächtigen Bäume geschaffen, die jedem Wind und Wetter trotzen, weil sie ein massives Wurzelwerk haben. Es lässt die kleinen unscheinbaren Blumen wachsen, die wir so schnell übersehen.

Kleine Vögel zwitschern fröhlich ihr Lied während sie fleißig nach Nahrung für ihre Jungen und sich suchen. Wenn ich die Vögel beobachte, wie sorglos sie dahinfliegen, fällt mir immer ein besonderer Bibeltext ein. Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern:

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer tägliches Leben – darum, ob ihr genug zu essen, zu trinken und anzuziehen habt. Besteht das Leben nicht aus mehr als nur aus Essen und Kleidung? Schaut die Vögel an. Sie müssen weder säen noch ernten noch Vorräte ansammeln, denn euer himmlischer Vater sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel wichtiger als sie. Können all eure Sorgen euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? Nein. Und warum sorgt ihr euch um eure Kleider? Schaut die Lilien an und wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und nähen sich keine Kleider. Trotzdem war selbst König Salomo in seiner ganzen Pracht nicht so herrlich gekleidet wie sie. Wenn sich Gott so wunderbar um die Blumen kümmert, die heute aufblühen und schon morgen wieder verwelkt sind, wie viel mehr kümmert er sich dann um euch? Euer Glaube ist so klein! Hört auf, euch Sorgen zu machen um euer Essen und Trinken oder um eure Kleidung. Warum wollt ihr leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen und diese Dinge so wichtig nehmen? Euer himmlischer Vater kennt eure Bedürfnisse. Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht. Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen man nie weiß, was das Morgen bringen wird, ist es gut zu wissen, dass jemanden gibt, der über all dem steht. Er sorgt sich um jeden kleinen Vogel, der durch die Lüfte fliegt. Aber wir Menschen sind so viel kostbarer als ein Vogel, denn für uns hat er mit seinem Blut bezahlt. Deswegen wird jeder, der ihm die erste Stelle in seinem Leben gibt, nie wahren Mangel leiden. Das habe ich schon sehr oft erfahren dürfen. Egal wie hoffnungslos die Lage war, der, der keine Fehler macht, hatte immer eine Lösung parat.

Wie schön und befreiend ist es zu wissen, dass wir uns nicht den Kopf über unsere Zukunft zerbrechen müssen. Gott gibt für jeden Tag die Kraft, die wir brauchen. Morgen gibt er uns wieder neue Kraft für den anstehenden Tag.

Hast du Gott schon einmal bei seinem Wort genommen und getestet, ob er dazu steht?

Auf dem Bild seht ihr den Kalvarienberg in Schongau, wo ich sehr gerne spazieren gehe.

Im nächsten Beitrag seht ihr das diesjährige Geburtstagsgeschenk für diese Freundin. 

Sonnenuntergang in Warnemünde

Es war ein Freitagabend im Juli.
Nach über 10 Stunden Fahrt mit dem Zug einmal quer durch
Deutschland bin ich endlich am Ziel! Schnellen Schrittes nähere
ich mich dem Strand in Warnemünde. Barfuß geht es durch den
weichen Sand zum Wasser. Im Sand zu laufen, das Rauschen
der Wellen zu hören und den Wind zu spüren – das sind Gefühle
von denen ich fast vergessen hatte, wie sich das anfühlt.
Doch hier war ich! Ich war an der Ostsee!

Am Strand begrüßten mich wunderbare Wellen, deren Ausläufer
sanft meine Füße umspülten. Manchmal auch nicht ganz so sanft.
Ich war genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen.
Die Sonne begann ihren Lauf hinab zum Horizont.
Auf diesem Weg ließ sie den Himmel in den herrlichsten Farben
erstrahlen. Diesen Moment versuchte ich mit meinem Fotoapparat festzuhalten.

Die mächtigen Wellen beeindruckten mich. Es war ein wunderschönes Schauspiel, dass ich eine gefühlte Ewigkeit beobachtete. Das war ein gelungener Start in den Ruhetag und in meinen Kurzurlaub! 

Mir war klar, dass ich versuchen wollte, ein paar meiner Fotos mit Acryl auf die Leinwand zu bringen. Es dauerte nicht lange, da bot sich mir bereits eine Gelegenheit. Ich zeigte ein paar Freundinnen die Fotos von meinem Urlaub. Dabei stellte ich fest, dass eine von ihnen schon immer den Traum hatte, mal das Segeln auszuprobieren. Da ihr Geburtstag nicht mehr fern war und eine andere Freundin ihr ein gemaltes Bild von mir schenken wollte, war das hierzu eine perfekte Gelegenheit. Ich erfuhr ihren Lieblingsbibelvers und hatte auch eine Ahnung, welches meiner Fotos sie ihr am Meisten gefiel. 

Also ging es kurzerhand ans Werk. Und ich bin gescheitert. Ich bin an der schönen, großen Welle gescheitert. Des öfteren habe ich Teile des Bildes übermalt und wieder von vorne begonnen. Es war ein Kampf. Aber mit etwas Beharrlichkeit konnte ich als Sieger hervorgehen. Ich glaube, ich bin dem Original nicht gerecht geworden.
Doch der Beschenkten fehlten zunächst für einige Momente die Worte als wir ihr das Bild übergaben.  

Auch wenn es unvollkommen ist, so drückt es doch die Sehnsucht nach dem offenen, weiten Meer aus. 

„Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.  Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen.“

Der Bibeltext aus den Psalmen ist wunderschön. Er lehrt uns, Gott zu unserer obersten Priorität im Leben zu machen. Wenn wir mit ihm verbunden sind und ihm vertrauen, wird er uns sicher führen. Auch wenn wir es manchmal nicht sehen oder verstehen, so handelt er zu unserem Besten. Er kennt die tiefsten Sehnsüchte in unserem Herzen und hat Freude daran, sie uns zu geben, wenn wir ihn stets an die erste Stelle in unserem Leben setzen. 

So kann ich dankbar auf einen wunderbaren Kurz-Segel-Urlaub zurückblicken. Besonders dieser eine Freitagabend wird mir in Erinnerung bleiben! 

Der Traum vom Segeln

Die Fähigkeiten, die in einem Menschen liegen, sind
größer,
als er weiß, und die Fähigkeiten, die Gott
einem Menschen verleihen kann, sind größer,
als er träumt.
 

– Charles Haddon Spurgeon 

Was wäre das Leben ohne Träume?
Jeder von uns hat Träume und Hoffnungen, die uns motivieren
und voranbringen im Leben. 

Ein Traum von mir – wie schon in vorangegangen Beiträgen erwähnt – ist das Segeln. Nichts kommt dem Gefühl gleich an der Reling zu stehen, den Wind zu spüren, die sanften Schiffsbewegungen wahrzunehmen und dem Platschen der Wellen gegen die Bordwand zuzuhören. 

Vor fast genau einem Jahr war ich das allererste Mal auf der Nordsee segeln. Meinen jüngeren Bruder konnte ich überreden, den Törn mit zumachen. Ich buchte im Internet bei jadesail.de. Hierbei handelt es sich um ein sehr freundliches Ehepaar, dass auf ihrer Segelyacht „Solveig“ Mitsegeltörne anbietet. Wir hatten den Luxus mit den beiden alleine zu segeln, außer uns gab es keine weiteren Gäste. Neben kulinarischen Leckereien wurden wir mit vielen wissenswerten Informationen über die Jade und das Segeln verwöhnt. Es war ein kalter, bedeckter Tag. Aber zum Segeln ideal. Wir haben sogar eine Robbe gesehen, die es scheinbar liebt, sich in der Schleuse aufzuhalten. 

Jadesail 09.2019

Dieser Ausflug war eine kleine Erfüllung meines Traumes vom Segeln. Natürlich prägt das auch meine Malerei. Nach meinem ersten Gehversuch von einem Segelschiff, das ich euch beim vorletzten Mal vorgestellt habe, wollte ich mich noch einmal an ein anderes Motiv heranwagen.  

Bereits vor vielen Jahren habe ich Bilder von Segelschiffen gesammelt. Ich habe diese alte Sammlung durchforstet und ein Motiv entdeckt, dass ich ausprobieren wollte.  

Zu Beginn bin ich am Himmel mit den Wolken gescheitert. Wochenlang lang das Probebild kaum angefangen auf dem Tisch und wanderte irgendwann sogar in eine Schublade. Eigentlich war das Projekt gescheitert. Doch irgendwie ließ es mich doch nicht los. Also wurde es ein Vorsatz für das Jahr 2020 dieses Bild zu malen. Gleich in den ersten Wochen dieses neuen Jahres stellte ich das Probebild fertig. Ich war erstaunt, wie gut es mir von der Hand ging. Noch mehr war ich über das Ergebnis erstaunt. Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass ich das Schiff so gut hinbekommen würde. Mit einer Motivation, die ich kaum von mir kannte, begann ich das große Originalbild. Jeden Abend für eine Woche malte ich daran und dann war es auf einmal fertig.  

Dieses Bild ist mein Herzstück, der absolute Ausdruck davon, was Segeln bedeutet – pure Freiheit! 

Nie im Leben hätte ich geglaubt, dass ich dieses Bild so hinbekommen würde. Doch es ist für mich nahezu perfekt. 

Dieser Gedanke erfüllt mich mit Dankbarkeit. Keiner hat mir die Acrylmalerei beigebracht. Alles, was ich weiß, habe ich durch Youtube gelernt. Aber woher kommt so eine Gabe? Ist es nur Übung? 

Oder gib es doch jemanden, der jeden von uns mit bestimmten Gaben und Talenten ausgestattet hat? 

Ich glaube an einen Gott, der Sinn für das Schöne hat. Er hat es geschaffen und erfreut sich daran. Diese Fähigkeiten hat er auch in uns hineingelegt. Wir können schöne Dinge schaffen und uns an ihnen erfreuen. Der Prozess des Schaffens an sich ist bereits etwas wunderbares und die Freude am vollendeten Werk umso mehr. Wie viel mehr muss sich unser Schöpfer gefreut haben, als er nach sechs Tagen des Schaffens auf eine perfekte, makellose Welt geschaut hat? Kein Wunder, dass er sich einen Tag Zeit genommen hat, um mit der Krone seiner Schöpfung, dem Menschen, sein Werk zu genießen. 

Abenteuer in der Toscana

 

 

Die stürmische See liegt zunächst hinter uns. Unser Schiff hat
den sicheren Hafen erreicht. Kälte, Nässe und Seekrankheit
liegen hinter uns – aber damit auch ein unvergessliches
Abenteuer. Nun umgibt uns ein warmes Lüftchen, erfüllt mit
dem Duft mediterraner Gewürze. Wir befinden uns in einem
alten Städtchen. Vor uns liegen sanfte, grüne Hügel und Äcker.
Dahinter erheben sich größere Berge mit dem Versprechen
von einem neuen Abenteuer. Zypressen und Olivenbäume
wiegen sich sanft in dem lauen Lüftchen. Alles lädt uns ein, diese wunderbare Welt zu erkunden. Was wäre hierzu besser geeignet als eine kleine Spritztour mit einem Motorrad?
 

Das Brummen des Motors, das Gefühl, wie die Maschine durch die hügeligen und kurvigen Straßen der Toscana rauscht während der warme Wind uns streift. Das ist das absolute Gefühl von Freiheit! 

… Zumindest für den, der so etwas mag… 

Eine Freundin von mir mag es. Neben dem Segeln ist das Motorradfahren für sie ein wahrer Traum. Für sie ist das letzte Bild entstanden, was ich euch vorgestellt hatte. Sie war es, die mir den Auftrag gab, ein Bild von einer Ducati in der Toskana zu malen. Das war eine neue Herausforderung für mich. Mit dem Motorradfahren habe ich es persönlich nicht so sehr. Dazu fehlt mir jeglicher Bezug. Außer, dass ich einige Patienten nach Motorradunfällen in der Therapie behandelt habe.
Daher musste ich mich zunächst mit der “Anatomie” so eines Fahrzeuges auseinander setzen. Es kostete einige Stunden, ein paar Youtubevideos und eine lange Bildrecherche im Internet bis ich eine Skizze und eine Vorstellung von “meiner” Ducati hatte.

Jetzt fehlte nur noch die Toscanalandschaft. Zum Glück gab es einige Youtube-Tutorials, die mir dabei helfen würden. Ich fand eins, worin auch die Ducati Platz finden würde und machte mich an das Probebild. In dem gelang mir die Ducati noch nicht so gut, dafür auf der großen Leinwand umso mehr.

Heute hängt dieses Bild neben seiner Schwester “Lost in Sea” bei meiner Freundin im Flur.

Beide Bilder wecken den Wunsch, die große weite Welt zu entdecken. Das eine zu See, das andere zu Land. Beides sind verschiedene Welten, so verschieden, wie auch die Fahrzeuge sind, auf denen man sie erkundet. 

Das bringt mich auf den Gedanken der Vielfalt, die wir in dieser Welt erleben können. Es gib so vieles zu entdecken. Egal, an welchem Punkt auf dieser Erde wir uns befinden, jeder hat seine eigene Faszination. Seien es die Tiefen des Meeres oder die hohen schneebedeckten Bergspitzen, der unendliche Ozean oder ein enges Tal, der große Wal oder ein kleiner Schmetterling, die im Wasser verborgenen Korallenriffe oder die Mohnblume am Feldesrand – jedes ist ein Wunder für sich. Und doch sind sie wiederum in einem Kreislauf miteinander verbunden. Jedes kleinste Lebewesen ist so komplex und einzigartig. Aber auch das Zusammenspiel aller Organismen ist ein einziges Wunder. Da stellt sich mir die Frage, kann das alles durch Zufall entstanden sein oder steckt doch ein hochintelligentes Wesen dahinter, das Freude an Schönheit und Vielfalt hat…? 

Lost in Sea – Verschollen auf See

A smooth sea never made a skillful sailor.

Eine ruhige See macht keinen erfahrenen Seemann. 

– Franklin D. Roosevelt 

 

 

 

Segeln ist eine hohe Kunst. Eine kleine Jolle kann man vielleicht
ohne große Kenntnisse über ein Binnengewässer segeln.

Wer aber ein größeres Schiff durch die Weltmeere manövrieren
will braucht Erfahrung. Natürlich sollte er Kenntnisse im Bereich
der Navigation haben, aber er sollte vor allem sein Schiff und
seine Mannschaft kennen. 

Wer einen Großsegler sicher von einem Hafen zum nächsten bringen möchte, sollte wissen, welche Segel sein Schiff besitzt und wann er welches Segel setzen muss und wann Zeit ist, Segel einzuholen. Das ist eine Wissenschaft für sich. Ein guter Seemann behält stets einen kühlen Kopf. Selbst im schwersten Unwetter, wenn gewaltige Wellen sich über dem Schiff brechen, Blitze und Donner das ganze Schiff erzittern lassen und das Schiff wie eine Nussschale hin und her geworfen wird – selbst in dieser Situation muss ein Kapitän einen kühlen Kopf bewahren. Eine falsche Entscheidung kann das Schiff zum Kentern bringen und die gesamte Mannschaft in ein kaltes Grab befördern. Diese Fähigkeiten können aber nur in so einer Situation wirklich erlernt werden.
Man kann in der Theorie gelernt haben, wie man in solchen Situationen reagiert, aber erst durch Erfahrung kann man zu einem echten Profi werden.

Doch es ist nicht nur der Seemann, der durch eine raue See an Erfahrung gewinnt. Jeder Mensch erlebt Stürme in seinem Leben, die ihn manchmal drohen umzuwerfen. Doch was für die Seemannschaft gilt, gilt auch für uns Landratten. Wir sehen Schwierigkeiten oft als Probleme. Vielleicht sollten wir sie eher als Chancen sehen? Vielleicht sind es gerade die Situationen, in denen wir kein Licht mehr sehen, die, die uns am Ende zum größten Segen gereichen? 

Es war das Jahr 2019 als ich mich letztendlich entschloss meinen Traum vom Segeln wahr werden zu lassen. Bis dahin hatte ich mein Fuß noch nie auf ein Segelboot gesetzt. Doch genau vor einem Jahr sollte sich das ändern. Gemeinsam mit einer Freundin, die meine Begeisterung für das Segeln teilte, meldeten wir uns für einen Tagessegeltörn auf dem Ammersee an. Gesegelt wurde auf einem kleinen historischen Zweimaster. Es war sonniges Sommerwetter und es ging eine leichte Brise. Auch wenn wir nicht viele Segel setzten, bekamen wir einen kleinen Einblick in dieses – für uns – neue Universum.

Es war ein herrlicher Tag, an den mich ein Sonnenbrand an den Knien den ganzen Sommer lang erinnerte.
Dieses Erlebnis inspirierte mich für das Bild, dass ich euch heute vorstellen möchte. Es wurde eben für diese Freundin gemalt, mit der ich meine allererste Segelerfahrung teilen durfte.
Mit diesem Bild begab ich mich auf eine neue Ebene der Malerei. Es war so schwer Wellen zu malen. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Auch der Himmel mit den Wolken war eine ordentliche Herausforderung. An dem Probebild habe ich eine gefühlte Ewigkeit gesessen. Das Schiff an sich fiel mir recht leicht. Auch die Segel zu malen, war herausfordernd, wenn auch nicht ganz so schlimm wie die Wellen und die Wolken.
Das Bild ist nach einem Youtubetutorial entstanden. Es hat den Titel des Originalkünstlers erhalten: “Lost in Sea”. 

Dieses Bild war mir sehr ans Herz gewachsen, weil es einen Hauch von Abenteuer hat. Wer so einen Sturm auf hoher See erlebt hat, kann bestimmt einige Geschichten erzählen. Es erinnert an Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Geschichten, die mich schon als Kind sehr fasziniert haben. In meinen jungen Jahren habe ich die Lebensgeschichte eines Mannes gelesen, der im 19. Jahrhundert gelebt hat.

Quelle. Wikipedia

Sein Name war Joseph Bates. Bereits als Junge wollte er zur See fahren. Sein Herz brannte für das Meer und alles was dahinter lag. Vergebens versuchten seine Eltern ihm diesen Traum auszureden. So kam es, dass er im Alter von 15 Jahren auf der “Fanny” von New Bedford, Massachussetts nach London segelte. Damit begannen für ihn 21 spannende Jahre auf See. Eines seiner Erlebnisse möchte ich mit euch hier teilen: 

“Der große, geschmeidige Hai folgte dem Frachtschiff Fanny den ganzen Tag, wobei er sich immer auf der derselben Seite des Schiffs hielt. Der Hai war schlau genug außer Reichweite der Harpunen zu bleiben und obwohl die Matrosen alles versuchten, um ihn loszuwerden, hatten sie keinen Erfolg. Ein weitverbreiteter Aberglaube auf See besagte, dass wenn ein Hai einem Schiff folgte, entweder jemand sterben oder über Bord gehen würde. Nicht wenige der Männer auf der Fanny waren diesem Aberglauben verfallen.
Am späten Nachmittag schickte der diensthabende Offizier den jungen, unerfahrenen Joseph den Mast hinauf, um nach anderen Schiffen Ausschau zu halten. Da er nichts sah, begann er wieder herunterzuklettern. Auf einmal rutschte er weg, verlor den Halt und fiel hinunter auf das Deck. Kurz vor dem Aufprall fiel er auf ein Seil und statt in den sicheren Tod auf das Deck zu stürzen, wurde er ins Meer geworfen. Weiter, immer weiter sank er hinunter in die Tiefe. 

“Mann über Bord! Mann über Bord!”, rief einer der Matrosen, der ihn hatte fallen sehen.
Der Kapitän und seine Männer stürzten ans Heck des Schiffs und  suchten mit den Augen das schäumende Kielwasser hinter dem Schiff ab. Der Seemann, der über Bord gegangen war, war nirgends zu sehen. 

Das Gewicht seiner Kleider, vor allem der Stiefel, zog Joseph tief hinunter. Nach einer gefühlten Ewigkeit tauchte er wieder auf; doch seine Kleider waren so mit Wasser vollgesaugt, dass er sich nicht über Wasser halten konnte. Das Schiff fuhr weiter und seine Aussichten gerettet zu werden waren verschwindend klein.
Zum Glück entdeckte ihn einer der Offiziere in den schäumenden Wellen und warf dem ertrinkenden Jungen, so gut er konnte, ein aufgerolltes Seil zu. Obwohl er schon erschöpft war, wusste Joseph, dass dies seine einzige Chance war. Mit letzter Kraft fing er das Seil und klammerte sich daran fest, während die Männer ihn durch das aufgewühlte Wasser zogen und an Deck hievten. 

In seiner Todesangst hatte Joseph nicht an den Hai gedacht, ganz im Gegensatz zu den anderen Männern; denn Joseph war genau an der Stelle ins Wasser gefallen, wo der Hai sich den ganzen Tag über aufgehalten hatte. Die Seeleute schauten über Bord. Die dunkle Gestalt war nicht mehr da. Als sie auf die andere Seite des Schiffs eilten, erblickten sie den glänzenden Körper des Hais, der immer noch neben dem Schiff herschwamm. Er schien nicht zu wissen, was für ein saftiges Mahl er durch seinen Kurswechsel verpasst hatte. 

Während die Matrosen nach dem Hai suchten, wurde Joseph in die kleine Kabine gebracht, die als Lazarett diente. Dort wurde er mit groben Handtüchern trocken gerieben und in Decken eingewickelt. Während er in seiner Hängematte lag und sich von diesem Erlebnis, das ihn fast sein Leben gekostet hätte, erholte, dachte er an seine Mutter. Obwohl er nie darin gelesen hatte, wusste er, dass sie eine kleine Bibel in seine Tasche gesteckt hatte, als er von zu Hause weggegangen war. Es schoss ihm der Gedanke durch den Kopf, dass es sehr wahrscheinlich war, dass die Mutter genau zum Zeitpunkt, als er vom Mast in die kalte, wogende See gefallen war, für ihn gebetet hatte.” 

– Norma J. Collins, Faszinierende Geschichten adventistischer Pioniere, S. 49-51 

Der Leuchtturm in den Stürmen des Lebens

Das Bild, das ich heute vorstellen möchte, ist
wahrscheinlich
keines meiner herausragensten Werke. 

Dennoch ist es ein Motiv, das ich sehr liebe. Sicherlich
wird es nicht das letzte dieser Art sein, das ich malen
werde.
 

Gemalt wurde es anlässlich eines 90jährigen
Geburtstages. Dieses Geburtstagskind ist etwas ganz
besonderes. Nein, nicht nur dass sie 90 Jahre alt geworden
ist und dafür einen noch sehr klaren Verstand hat. Nein, diese Frau hat mich sehr beeindruckt.
 

Auch wenn ich sie nur als alte, gebrechliche Dame kennen gelernt habe, habe ich gesehen, dass sie einen starken Geist und einen festen Glauben besitzt. Gemeinsam mit ihren Mann hat sie viel in ihrem Leben erreicht. Zusammen haben sie mit ein paar anderen eine kleine Kirchgemeinde gegründet, die inzwischen zu einer florierenden Schulgemeinde mit einer privaten Grundschule herangewachsen ist. Selbst noch im Alter ist ihre Sorge um die Menschen in dieser Gemeinde beispielhaft und ihr Gottvertrauen eine Inspiration für alle, die ihr begegnen.
In einer Begegnung fragte ich sie nach ihren Lieblingsbibelvers. Da nannte sie mir den, unter Christen, sehr bekannten Text aus Sprüche 3:5+6: 

“Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.” 

Dieser Text drückt das Vertrauen eines Gläubigen in seinen Gott aus. Auch wenn die Umstände, ja selbst der eigene Verstand, dagegen sprechen, so hält der Glaubende treu an seinem Gott fest. Es mögen Stürme im Leben toben und man mag keinen Ausweg sehen, wer aber sich fest an Gott hält, wird sicher geführt werden. 

Für mich ist das ein Text, der mir sehr viel Kraft und Mut in schwierigen Situationen gegeben hat.  

Zu jener Zeit als der Geburtstag näher rückte, übte ich mich gerade an einer Küstenlandschaft mit einem Leuchtturm. Aus irgendeinen Grund fasziniert mich das Meer, die Wellen und vor allem Segelschiffe. Das wurde mir aber erst so richtig bewusst als ich anfing zu malen. Denn ich griff häufig, besonders am Anfang, auf solche Motive zurück. 

Ich kann nicht sagen, woher diese Begeisterung kommt. Vielleicht kam es von den alljährlichen Familienurlauben an der Ostsee. Wobei ich eigentlich keine all zu positiven Erinnerungen an das Salzwasser, die Quallen, die Algen, den Sand und Fischbrötchen habe.  

Erst einige Jahre später als ich mit einigen Freunden ein paar Tage an der Ostsee verbrachte, lernte ich Strandspaziergänge zu genießen.

Auf einmal sah ich eine Schönheit im Heranrollen der Wellen und des zurückschlürfen des Wassers. Dieser ständige Wechsel vom Kommen und Gehen, die Majestät der Wellen, zog mich in den Bann. Dazu das Rauschen des Wassers, das Rufen der Möwen, die salzige Brise, die um die Nase weht. Stundenlang hätte ich dieses Schauspiel genießen können. Auf einmal genoss ich es auch, den weichen Sand mit den spitzen Muschelschalen unter meinen nackten Füßen zu spüren.
Das Wasser hat eine gewaltige Kraft. Was für ein Anblick ist es, wenn die großen Wellen sich an Felsen brechen und die Gicht meterhoch in die Luft gewirbelt wird. 

Oft sind die Umstände in unserem Leben wie dieses unberechenbare Meer. Unser Leben ist wie ein Schiff, dass eine kundige Hand benötigt, um sicher den Zielhafen zu erreichen. Wie hilfreich ist in einer stürmischen Nacht ein Leuchtturm, der dem Schiff hilft, den richtigen Weg zu finden. 

So ist der Glaube und die Bibel für einen Christen ein Leuchtturm, eine Konstante, in den Stürmen des Lebens. Dieses Bild schien mir äußerst passend für den oben genannten Bibeltext und so fügte ich das eine mit dem anderen zusammen. Hier seht ihr das Ergebnis, das in einem Altersheim in Niederbayern über dem Bett einer gealterten Glaubensheldin hängt, die bereits viele Stürme in ihrem Leben erfolgreich gemeistert hat: 

Im nächsten Beitrag wird es noch stürmischer. Da geht es auf die hohe See! 

 

Schwanenromantik

Bisher habe ich in den Blogeinträgen meine Bilder der
Reihenfolge nach vorgestellt. Heute möchte ich diese “Tradition”
einmal unterbrechen.
 

Dazu habe ich, wie ich meine, auch einen guten Grund. Als
Schwester ist es ein ganz besonderes Erlebnis, wenn der ältere
Bruder den Bund der Ehe schließt. Diese frohe Ereignis konnte
letztes Wochenende bei schönstem Wetter stattfinden. Es war
ein wunderschöner, ja sogar, ein perfekter Tag.
 

Als Hobbymalerin hat sich mir natürlich die Frage gestellt, was
ich meinem Bruder und meiner Schwägerin für ein Bildchen
anlässlich dieses besonderen Ereignisses male. Diese Frage trug ich mehrere Monate mit mir herum, aber es fehlte die zündende Idee. Ich wusste beide lieben die Natur, die Berge und auch den Glauben. Da sie demnächst von Kärnten, Österreich nach Tschechien umziehen werden, dachte ich, ich male ihnen eine Kärntner Landschaft als Erinnerung an die alte Heimat. Aber eigentlich war mir das etwas zu langweilig angesichts des besonderen Anlasses.

Mein Bruder selbst half mir schließlich etwas auf die Sprünge. Eigentlich war das Bild als Überraschung gedacht. Doch einige Zeit vor der Hochzeit fragte er mich, ob ich statt eines anderen Hochzeitgeschenkes den beiden ein Bild malen könnte, dass sie an dieses besonderen Tag erinnern würde. Er wünschte sich ausdrücklich keine Landschaft, sondern ein romantisches Motiv. 

Obwohl es schon eine grobe Richtung war, fehlte nach wie vor die zündende Idee. An Menschen getraue ich mich noch nicht so richtig ran, also blieben mir nur Naturmotive. Daher bat ich meinen jüngeren Bruder um Hilfe. Ich wusste, er hat eine ganze Sammlung an Fotos von schönen Tierbildern. Ich bat ihn, mir ein paar romantische Tierbilder zu schicken, was er auch tat. Letztendlich blieb ich an einem Schwanenpaar hängen.

 

Doch die Schwäne nur mit Wasser zu malen war mir zu langweilig. Außerdem wie sollte dieses Motiv an die Hochzeit erinnern? Ich schaute mir die Hochzeitseinladung näher an. Die Mottofarbe war lavendelfarben und es stand ein Text aus den Psalmen darauf. Also konnte ich diese Elemente in das Bild mit einfließen lassen. 

Da das Brautpaar die Natur und Berge lieben, suchte ich nach einem passenden Hintergrund und probierte mich an einem ersten Probebild.

Aber damit war ich nicht zufrieden. Es war insgesamt zu langweilig und zu wenig romantisch. 

Also dachte ich mich mir: weg mit den Bäumen und lieber ein Wasserfall in das Bild! Um es noch etwas romantischer zu machen, sollte außerdem die ganze Szene im Sonnenuntergang gemalt werden. Et voila: innerhalb eines Nachmittags stand Versuch Nummer 2: 

Trotzdem war ich noch nicht zu 100% zufrieden. Es fehlte mir noch etwas der Kontrast. Aber insgesamt gefiel mir der Entwurf deutlich besser. So ging es an das Malen des großen Bildes. Ich versuchte das violett überall in das Bild mit hineinzubringen mit Gelb im Sonnenuntergang als Komplementärkontrast. In der originalen Größe konnte ich auch mehr Details hineinarbeiten.
In drei, vier Tagen malte ich das Bild und veränderte in den darauffolgenden Tagen immer noch ein paar Details.
Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Gesamtwerk zufrieden, wobei ich dennoch noch einiges an Wachstumspotential sehe.  

Was ich beim Malen dieses Bildes gelernt habe war, wie schwierig es ist, die richtige Komposition zu finden und ein Bild stimmig zu machen, ohne dass es zu langweilig wird. Das Bild hat mich sehr lange beschäftigt und ich habe viel Herzblut hineingesteckt, weil ich es für mein Brüderchen so perfekt wie möglich haben wollte. Aber auch wenn es nicht absolut perfekt ist, so hat sich das Brautpaar sehr darüber gefreut. Sie haben es ihren zukünftigen Kollegen in einem tscheschichen Gesundheitszentrum gezeigt, die daraufhin gleich alle ihre Gästezimmer mit meinen Bildern bestückt haben wollten. Das war für mich als Anfängerin in der Acyrlmalerei ein großes Kompliment, da sie bereits sehr schöne Ölgemälde in den Zimmern hängen haben. 

In der Slideshow könnt ihr noch einmal die Entstehung der Schwanenromantik mitverfolgen:

Das war die Geschichte zu meiner Schwanenromantik. Für mich ist und bleibt dieses Bild etwas ganz besonderes. Im nächsten Beitrag geht es in den hohen Norden an eine stürmische Küste!