Über Mäuse, Leuchttürme und Lichter im Dunkeln

Willkommen im Jahr 2022! 

Inzwischen haben wir schon wieder Mitte Januar! Die erste Hälfte des ersten Monats im Jahr ist schon wieder vorbei! 

Daher möchte ich in dem Beitrag heute gleich zwei kleine Bilder vorstellen – das letzte Bild vom Jahr 2021 und das erste Bild aus dem Jahr 2022.
Das erste Bild habe ich am letzten Tag des Jahres 2021 gemalt – in der Silvesternacht. Eine Stunde vor Mitternacht war ich fertig. Hier ein Bild von dem spektakulären letzten Sonnenuntergang des Jahres 2021:

Für mich war das letzte Silvester sehr ruhig. Ich bin kein großer Partygänger. Aber da es auch kein Sinn machte, frühzeitig ins Bett zu gehen, malte ich das Bild zu Ende. Es war für meine liebe Freundin, die mir ein schönes Acrylfarbenset zu Weihnachten geschenkt hatte (s. letzter Beitrag) und mir damit geholfen hat, aus meiner entkräfteten Situation ein bisschen herauszukommen.  

Ich habe einige Tage überlegt, was ich ihr für ein Bild malen könnte. Sie gehört zu meinen treusten Fans und hat die bisher größte Sammlung irgendwelcher Bilder von mir. Deswegen wusste ich zunächst nicht, was ich für sie noch malen könnte. Ich wollte mal etwas anderes malen als nur Landschaften.
Dann fiel mir ein, dass sie Mäuse gerne hat. Das sind Tiere, die ich mir nicht freiwillig als Haustiere halten würde. Aber als ich nach Weihnachten bei ihr zu Hause war, beobachtete ich ihre kleinen Mäuschen und musste mir eingestehen, dass sie wirklich süß sein können. Sie zu beobachten hatte irgendwie auch einen entspannenden Faktor. 

Also suchte ich nach einem süßen Bild mit einer Maus. Dabei half mir die sehr umfangreiche Bildersammlung meines jüngeren Bruders.
Bis zu diesem Bild hatte ich noch nie ein realistisches Bild von einer Maus gemalt und dachte, dass es gar nicht so leicht wird, das Fell zu malen. Das Fell hat auch die meiste Zeit in Anspruch genommen. Doch ich hatte Zeit. So hörte ich am Silvesterabend Weihnachtslieder und malte eine Maus.  

Zum Glück hatte ich mit dem Bild ins Schwarze getroffen. Nun hängt es in sicherer Entfernung über dem Mäusekäfig.  

In der ersten Januarwoche malte ich noch ein anderes Bild. Ich wollte so gerne mal wieder etwas maritimes Malen. Irgendwie hatte ich Lust auf einen Leuchtturm. Ich verbrachte Stunden damit, Pinterest, google und andere Suchmaschinen zu durchforsten. Schließlich fand ich ein ganz ansprechendes Motiv. 

Beim Malen hatte ich etwas Probleme mit dem Leuchtturm. Am Anfang war er zu dick. Deswegen musste ich ihn noch einmal komplett übermalen. Schließlich konnte ich ihn einigermaßen zufriedenstellend malen.
Mir fällt es sehr schwer, Steine zu malen. Deswegen meide ich Motive mit Steinen. Aber bei diesem Bild kam ich an den Felsen nicht vorbei. Also musste ich mich da durchquälen. Ich habe gemerkt, dass ich ganz schön aus der Übung war. Dafür ging das Segelschiff um so leichter. Vielleicht liegt es daran, dass mir Segelschiffe einfach deutlich sympathischer sind als kalte Felsen. 🙂 
Beide Bilder sind auf 24x18cm Leinwände gemalt.

Das Bild hier ist eine Nachtszene. Ein Segelschiff läuft nach langer Reise in den Hafen ein. Der Fantasie des Betrachters ist es selbst überlassen, sich auszumalen, welche Abenteuer dieses Schiff und ihre Besatzung auf ihrer Reise erlebt haben.  

Mich erinnert diese Szene an meine Zeit letztes Jahr im Sommer auf dem Segelschulschiff Roald Amundsen. Ich habe mich freiwillig in der ersten Wache einteilen lassen, die von 0-4 Uhr nachts und von 12-16 Uhr Wache hat. Für mich waren die Nachtwachen eine einzigartige Erfahrung. Besonders gerne übernahm ich die Aufgabe des Ausgucks. Es war spannend zu beobachten, was nachts alles auf dem Wasser passiert. Unser erster Steuermann erklärte mir immer die Lichter, die ich sah. Er zeigte mir auf der Karte wie weit weg manche Sachen waren. Blinkende Lichter waren Leuchttürme oder Windparks. Aus der Entfernung blinken die Lichter der Leuchttürme, aber eigentlich dreht sich ihr Lichtkegel nur.  

Als ich einmal wieder mit dem Ausguck dran war, sah ich ein grünes Licht auf unserer Backbordseite (für alle Landratten: das ist links). Für mich sah es noch sehr weit weg aus. Ich meldete es dem ersten Steuermann und er fragte mich, ob ich auch ein rotes Licht sehen würde. Zunächst konnte ich es nicht sehen, doch zusammen sahen wir es dann. Jedes Schiff muss im Dunkeln auf der Backbordseite mit grünen Licht fahren und auf der Steuerbordseite (=rechts) mit einem roten Licht.

Wenn ich also auf der Backbordseite ein grünes Licht sehe bedeutet das, dass das andere Schiff auf uns zu kommt. In diesem Fall waren wir sogar auf Kollisionskurs. Das andere Schiff konnte uns nicht ausweichen, also mussten wir ausweichen. Das Schiff war näher als gedacht und so musste es tatsächlich recht schnell gehen.  

Dabei wurde mir bewusst wie wichtig die Lichter im Dunkeln sind. Auch in Zeiten von Funk und GPS verlassen sich die Seeleute nicht nur auf die Technik, sondern beobachten die Lichter auf dem Wasser.  

In der Bibel (in Psalm 119,105) wird das Wort Gottes, also die Bibel selbst, als ein “Licht” bezeichnet. 

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. 

Wie ich im letzten Beitrag geschrieben habe, war für mich der Jahresausklang recht düster und finster. Ich konnte meine Zukunft nicht sehen. Phasenweise war ich sehr entmutigt, weil viele meiner Träume sich zerschlagen haben. 

Doch ich machte die Versprechen Gottes zu meinem Licht. Ich vertraute seiner Liebe und Fürsorge für mich und übergab ihm meine Probleme und Sorgen. Dadurch konnte ich wieder Frieden und Zuversicht spüren. Langsam lichtet sich der Nebel und ich kann zumindest die nächsten Schritte sehen, die ich gehen kann. Ich weiß das Ende dieser Reise nicht. Ich weiß auch nicht, wo ich am Ende dieses Jahres sein werde, aber ich weiß, dass ich einen zuverlässigen Führer habe, der mir wie der Leuchtturm den Weg in den sicheren Hafen leitet und mich davor bewahrt, an den Felsen der Probleme und Entmutigungen zu zerschellen.  

Ich freue mich auf die Abenteuer, die ich dieses Jahr erleben darf. Und ja, ich freue mich auf die Herausforderungen, denn an denen darf ich wachsen! 

Also in diesem Sinne: Leinen los und auf geht’s ins Jahr 2022! 

 

Frau im Regen und Gedanken zum Jahreswechsel

Hallo zusammen!

Ich melde mich mal wieder zu Wort! Mein letzter Eintrag ist genau zwei Monate her. Für mich waren es zwei sehr ereignisreiche Monate, die einiges in meinem Leben durcheinander gehauen haben. Jetzt sitze ich hier am Ende des Jahres 2021 an meinem Laptop und denke über das vergangene Jahr nach. 

Rückblickend lief das Jahr komplett anders als geplant. Am Anfang des Jahres war mir klar, dass ich – egal, was auch passieren würde – zwei Monate nach Kolumbien gehen würde. Aus diesem Plan wurde nichts wegen der massiven Aufstände dort. Dafür durfte ich meine erste mehrtägige Segelreise auf der Roald Amundsen erleben, was für mich ein gigantisches und nachdrückliches Erlebnis war! 

Aber wenn ich jetzt auf diesen Urlaub zurück blicke, der noch kein halbes Jahr zurück liegt, dann kommt mir das wie ein Erlebnis aus einer anderen Welt vor. In den letzten zwei Jahren hat sich unsere Welt massiv verändert. Inzwischen beginnt bereits das dritte Jahr der Corona-Pandemie. Niemand hätte sich am Anfang vorstellen können was so ein kleiner Virus für massive Auswirkungen auf uns alle haben wird. (Hier im Bild übrigens von einer sehr talentierten Frau gehäckelt: unsere Coronafamilie.)

Durch die neuen Coronamaßnahmen der letzten zwei Monate musste ich eine Entscheidung treffen, wie ich mit der politischen Situation umgehen möchte. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass sich unsere Gesellschaft wegen so eines Themas so spalten könnte. 

Noch vor drei Wochen hatte ich relativ klare Vorstellungen, wie das Jahr 2022 für mich aussehen sollte. Doch heute stehe ich hier und habe keine Idee, wo ich beruflich und privat in drei Monaten sein werde.
Die Ereignisse der letzten Wochen und die ganzen Maßnahmen rund um die Coronasituation haben mich eine Unmenge an Energie gekostet. Es war nur noch Kraft da, um weiter zu funktionieren.
Ich habe versucht zu zeichnen oder zu malen, doch ich musste immer wieder nach wenigen Minuten aufgeben. Meine ganzen Ideen und die Motivation waren spurlos verschwunden.  

Umso dringender notwendig sind die zwei Wochen Weihnachtsurlaub, die ich momentan genießen darf. Fast eine ganze Woche habe ich benötigt, um wieder ein bisschen Motivation für irgendeine Aktivität zu bekommen. 

Gestern besuchte ich eine meiner besten Freundinnen. Sie schenkte mir ein Set hochwertiger Acyrlfarben zu Weihnachten. Die Zeit und die Gespräche mit ihr sowie das Geschenk lösten bei mir irgendwie einen Knoten. Auf einmal schossen Ideen für Malmotive in meinen Kopf und ich hatte wieder Lust, den Pinsel in die Hand zu nehmen! 

Ich suchte bewusst ein Motiv, was meiner Stimmung angemessen war. So stieß ich im Internet auf das Motiv des heutigen Bildes. Es ist Herbst und es regnet. Eine Frau läuft allein im Regen durch einen Park. Zum Malen des Bildes benutzte ich nur schwarz und weiß. Lediglich der Regenschirm und der Schal waren rot als Kontrast zum dem Grau.

 

Die Umgebung des Bildes ist trist und grau. Das passt zu meiner gedrückten Stimmung. Die Hauptfarben sind schwarz und weiß. In unserer aktuellen politischen Lage habe ich das Gefühl, dass es auch nur noch diese zwei Farben gibt: entweder Querdenker oder Coronagläubiger, Impfgegner oder Impfbefürworter, rechtsradikal oder politisch korrekt. Wo sind die ganzen Grautöne und all die anderen Farben in ihrer Vielfalt geblieben? 

Der Betrachter sieht nicht, wohin der Weg auf dem Bild führt. So kann ich aktuell nicht sehen, wohin mein Weg mich im nächsten Jahr führen wird. Es fühlt sich so an, als müsste ich den Weg alleine gehen. Ein Weg, bei dem ich nicht weiß, wo er enden wird.  

Trotzdem ist das Bild nicht ganz so traurig. Der rote Schirm und der Schal sorgen für einen farblichen Kontrast und machen das Bild lebendig. Schal und Schirm schützen die Frau vor Näße und Kälte. Sie bringen Wärme und Geborgenheit in eine kalte, trostlose Landschaft. Genauso spenden die Staßenlaternen Licht und zeigen dem Spaziergänger den richtigen Weg.  

Obwohl die aktuelle Situation besser sein könnte und die Zukunft ungewiss ist, gibt es trotzdem Dinge, die den Weg leichter machen und das Leben erhellen. Familie und Freundschaften sind zum Beispiel solche Dinge. Oder auch der Glaube an einen Gott, der die ganze Situation überblickt und viel mehr sieht als ich. Er kann uns sicher in diese ungewisse Zukunft führen. Er möchte Schirm, Schutz und Licht auf unserem Lebensweg sein.  

Während ich diese Zeilen schreibe, kommt mir Psalm 91 in den Sinn, den ich sehr passend für unsere weltweite Lage finde. In diesem Lied aus der Bibel wird gläubigen und gehorsamen Christen Gottes Schutz versprochen. Das heißt nicht, dass er von allem Leid verschont bleibt, sondern dass Gott die Oberhand behält und nur Prüfungen zulässt, die wir auch ertragen können: 

 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: / Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.  Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,  dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.  Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite / und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, wie den Frevlern vergolten wird.  Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.  

Ich weiß nicht, wohin mich das Jahr 2022 führen wird, aber ich vertraue dem, der es weiß. In meinem Leben gab es bereits noch dunklere Tage, aber mein Vertrauen in meinen Gott wurde bisher nie enttäuscht. Daher bleibt mir nichts anderes übrig als das alte Jahr in diese allmächtigen Hände zurück zu legen und vertrauensvoll das neue Jahr aus dieser selben liebevollen und zarten Hand zu nehmen.  

Am Ende bleibt der Gedanke, dass dieses Leben hier für einen Christen nur ein Pilgerlauf in die ewige Heimat ist. Der Lebensweg mag oft voller Entbehrungen und Enttäuschungen sein, aber zuletzt erwartet ihn ein neuer Himmel und eine neue Erde.  

Trotz alledem bietet das Leben auch viele schöne Momente und Erlebnisse. Die gilt es einzufangen und im Herzen zu bewahren. Ich bin guter Dinge, dass es viele solcher Tage für uns alle auch im neuen Jahr geben wird! 

In diesem Sinne wünsche ich dir, lieber Leser, einen ruhigen Jahresausklang und ein gesegnetes Jahr 2022! 

Mit dem Ballon in den Sonnenuntergang

Hallo ihr lieben Leute! 

Heute wird es romantisch- chaotisch! Es geht um ein Auftragsbild, das ich für eine Hochzeit von zwei lieben, aber etwas verrückten Freunden gemalt habe und an dem viele Finger mitgestaltet haben. 

Bei dem Brautpaar handelt es sich um zwei sehr besondere Menschen. Die Familie bedeutet mir viel, weil sie mir geholfen haben, hier in Bayern eine Heimat zu finden. In den letzten Jahren wurden sie durch viele Schicksalsschläge geprüft.

Umso schöner waren die Fügungen, wie die beiden ihren Weg zu einander gefunden haben. Sie sind zu Freunden geworden, die ich nicht mehr missen möchte! 

Ich durfte bereits 2019 beim Streichen der neuen Werkstatt helfen. Das war eine schöne Erfahrung mal wieder in meinen ersten Beruf einzutauchen und mich körperlich auszupowern. Mein Auto wurde auch ganz schön ausgepowert an jenem Wochenende. Es war hier in Bayern ein sehr schneereicher Winter und die Fahrt allein war schon ein Abenteuer für sich.  Auf dem Hof angekommen, bin ich in einer Schneewehe versunken und am nächsten Tag war fast nichts mehr von meinem armen Kia zu sehen. Nur mit einem Traktor konnte mein Auto wieder aus dem Schnee geborgen werden. Das ist aber nur eine von vielen Erlebnissen, die ich mit der Familie verbinde. 

Übrigens, wer auf der Suche nach einem guten Wohnmobil oder Wohnwagen ist, sollte unbedingt mal bei ihnen vorbeischauen: Handler Mobile! 

Die Braut trat eines schönen Abends in diesem Jahr mit der Bitte an mich heran, ein Bild zu malen, in dem die Hochzeitsgäste ihren Fingerabdruck hinterlassen können. Sie gab mir das Motiv mit dem Ballon und dem Liebespaar vor, den Rest durfte ich frei gestalten. 

Zum Glück hatte ich das Bild für die andere Hochzeit (im vorletzten Beitrag nachzulesen) gemalt. Da war ich in Übung was Landschaftsmalerei angeht und konnte einige Elemente aus dem Bild übernehmen.  

Das Bild an sich ließ sich gut malen. Die Wolken sind mir nicht so gut gelungen, wie ich es mir gewünscht hätte. Insgesamt fällt es mir schwer, Wolken realistisch zu malen. Umso besser gefällt mir der Ballonkorb mit dem Paar im Sonnenuntergang. Außerdem geben die Berge eine Tiefenwirkung in das Bild.

Die Berge habe ich gewählt, weil der Bräutigam ein eifriger Bergsteiger ist und keine Herausforderungen scheut. 

Auf der Hochzeit durften dann die Gäste ihre Fingerabdrücke in den Ballon setzen. Die Hochzeit an sich war zum Teil etwas chaotisch, aber wunderschön und damit unvergesslich! Und sie hat somit wunderbar zu dem Traumpaar gepasst! 

Die Geschichte der beiden ist für mich ein gutes Beispiel für die Treue Gottes. Manchmal lässt Gott schwierige Zeiten in unserem Leben zu, die uns an unsere Grenzen bringen und wir keine Zukunft mehr sehen. Aber es kommen die hellen und schönen Tage wieder. Nach der dunklen Nacht folgt immer ein neuer Morgen! Möge eines Tages der nie endende Morgen der Ewigkeit über den beiden und über uns allen aufgehen!

Zum Schluss gibt es hier noch ein kleines Bild, was auch ein kleiner Auftrag von den beiden war. Es sollten Strichmännchen werden. 🙂 
Gemalt wurde hier auf Acrylkarton 20x30cm. Es war ein simples Werk, was innerhalb eines gemütlichen Abends entstand. Es ist momentan das aktuellste Bild, das ich gemalt habe. Aber in mir schlummern viele weitere Ideen, die darauf warten, auf eine Leinwand gemalt zu werden!

 

Die USS Philadelphia im Mondschein

Ahoj ihr Landratten! 

Die See und die guten alten Segelschiffe haben es mir wirklich angetan! 

Seit dem letzten Eintrag ist wieder eine gewisse Zeit vergangen. In dieser Zeit durfte ich meine erste mehrtägige Reise auf dem Schulungssegler für traditionelle Seemannschaft, der “Roald Amundsen” erleben. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Doch mehr dazu vielleicht in einem späteren Beitrag! 🙂 

Aber ihr könnt ihr einen kleinen, aber beeindruckenden Blick, auf dieses herrliche Schiff werfen als wir vor der Küste Schwedens entlang segelten: 

Heute geht es um ein Schiff einer ähnlichen Größe. Es ist die “USS Philadelphia”, eine amerikanische 36-Kanonen- Fregatte. Am 05.April 1800 begann sie ihren Dienst in den Westindischen Inseln. Leider hatte sie nur ein kurzes Leben. Bereits drei Jahre später, am 31. Oktober 1803, lief sie auf Grund. Sie und ein anderes Schiff der US-Navy verfolgten und befeuerten ein lybisches Kriegsschiff. Dabei lief unsere “Philadelphia” im Hafen von Tripoli, der Hauptstadt von Lybien, auf Grund und konnte nicht mehr herausgezogen werden. So wurde das Schiff durch die Crew einsatzuntauglich gemacht und die Crew selber wurde zu Sklaven eines Paschas. Die Lybier borgen das Schiff und unter Einsatz einer großen Menge Geldes wurde die “Philadelphia” wieder seetauglich gemacht. Das konnte die Amerikaner nicht dulden! So ein Schiff in feindlicher Hand war eine große Gefahr. 

Also galt es: entweder zurück erobern oder zerstören! So kam eine List zum Einsatz. Ein gekapertes lybisches Schiff wurde umgebaut, besser gesagt umgeriggt, so dass es wie ein einheimisches Schiff aussah. Ein junger Leutnant bekam das Kommando. Sie segelten im Schutz der Nacht in den Hafen und taten so als hätten sie in einem Sturm alle ihre Anker verloren. Nun bräuchten sie einen sicheren Hafen. So kamen sie an die “Philadelphia”. Das Schiff wurde von den Amerikanern zurückgekapert, seeuntauglich gemacht und verbrannt. So endete die Geschichte der “USS Philadelphia” am 16. Februar 1804. 

Aber wie komme ich eigentlich auf dieses Schiff?
Das habe ich Instagram zu verdanken. Ich folge dort einigen Künstlern und Seglern..
Eines schönen Tages entdeckte ich den niederländischen Künstler Maarten Platje und seine Bilder. Kein Künstler malt so realistische Bilder! Er wurde zu meinem Vorbild.
Er malt gerne historische Szenen nach. So hat er ein wunderschönes Bild von der “USS Philadelphia” vor Gibraltar gemalt. Als ich dieses Bild sah, habe ich mich sofort darin verliebt. Es ist sogar bis heute mein Desktophintergrundbild auf dem Computer. 

Ich wollte dieses Schiff unbedingt nachmalen! Es war für mich eine neue Herausforderung, denn dieses Bild ist sehr detailliert. Aber eben gerade das war für mich der spannende Punkt! 

Allerdings wollte ich das Bild nicht eins zu eins abmalen, sondern nur das Schiff. Also wählte ich als Hintergrund eine stürmische See. Zunächst wollte ich eine Gewitterszene malen.  

Doch kurz vor Ende entschied ich mich um und machte daraus einen romantischen Vollmond. Den Himmel habe ich mindestens drei oder vier Mal übermalt. Das Schiff an sich ging recht gut zu malen. Nur mit den Masten hatte ich mich ein wenig verschätzt. Den Hauptmast habe ich ganz zuletzt noch ein wenig nach achtern, also nach hinten, versetzt. Früher hätte ich nie gedacht, dass man bei Acyrlmalerei so gut ausbessern und übermalen kann. Doch das habe ich in diesem Bild des öfteren getan.  

Die Höhe der Masten habe ich auch unterschätzt, sodass der Hauptmast und damit leider auch die Flagge der USA nicht mehr zu sehen ist.  

Ein weiterer großer Fehler sind Licht und Schatten. Der Mond gibt das Licht von hinten, aber ich habe das Bild so gemalt als würde das Licht von vorne kommen.  

Fachkundige Augen würden bestimmt noch weitere Fehler in dem Bild entdecken. 

Aber ich wollte für mich persönlich ein neues Meisterwerk schaffen und über mein geliebtes Bild “Sailing” hinauswachsen. Außerdem wollte ich sehen, wo meine Grenzen sind. In diesem Bild habe ich sie gefunden, aber auch erweitern können. 

Es hat mir unglaublich viel Freude gemacht, dieses Bild zu malen. Es war ein Prozess, der über ein bisschen mehr als drei Monate ging. Es gab lange Malpausen, da ich einige andere Malprojekte zu erledigen hatte, die ich später auch noch vorstellen werde. 

Insgesamt liebe ich dieses Bild heiß und innig und es ist wirklich mein neues Meisterwerk! 

Für mich steht eines fest: Das Malen von traditionellen Segelschiffen ist meine Leidenschaft! 
Jetzt hängen die beiden Schwestern Seite an Seite:

Zum Schluss möchte dem kreativsten Künstler danken, der mir diese Freude am Malen gegeben hat! Nur mit Gott ist all dies möglich, daher: Soli Deo Gloria – Allein Gott die Ehre! 

Noch mal zwei Nahaufnahmen:

Romantischer Sonnenuntergang

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zurück. Der letzte Blogeintrag ist bereits eine Weile her, was aber nicht heißt, dass ich aufgehört habe zu Malen. Es gab zwar eine kleine Schaffenspause, aber in den letzten Monaten sind vier Werke entstanden, die ich euch in den nächsten Blogeinträgen vorstellen möchte. 

Drei davon wurden für Hochzeiten gemalt. Das heutige Bild habe ich letzte Woche dem Brautpaar auf ihrer Hochzeit übergeben. Die zwei lieben Menschen, die sich letztes Wochenende vor Gott und den Menschen ihr “Ja-Wort” gegeben haben, sind sehr gläubige Menschen, die beide hauptberuflich dafür arbeiten, dass andere unseren wunderbaren Gott besser kennen lernen können. Entsprechend war die Feier geistlich, mit sehr viel Tiefgang, aber auch fröhlich und mit vielen Möglichkeiten zum Lachen.  

Das Brautpaar geht gerne wandern und verbringt viel Zeit in der Natur. Sie lieben die Berge. Der Bräutigam hat auf einer eisigkalten schneebedeckten Bergspitze seiner Angebeteten den Heiratsantrag gemacht. Daher dachte ich, es wäre angebracht, auch in das Bild für die beiden die Berge mit hineinzubringen. Allerdings habe ich mich für wärmere Farben und einen Sonnenuntergang entschieden. 

Inspiriert wurde das Bild von einem Tutorial von Angela Anderson. In letzter Zeit habe ich viele Bilder ohne Anleitung gemalt. Doch ich muss sagen,  das Tutorial von Angela Anderson hat mir geholfen, meine Technik etwas mehr zu verfeinern. Besonders die nebligen Berge in der untergehenden Abendsonne haben dadurch mehr Tiefe bekommen. Auch wollte ich lernen, wie ich besser Wolken im Sonnenuntergang malen kann. Das fällt mir immer noch sehr schwer. Auch in diesem Bild ist es mir nicht vollständig gelungen, weil mir Magentarot fehlte, um die Violett-Töne mischen zu können. Daher hat das Malen des Himmels und der Wolken am längsten gedauert. Doch letztendlich habe ich ein Ergebnis zustande gebracht, mit dem ich halbwegs zufrieden war. 

Wie ich es mir für meine christlichen Freunde zur Angewohnheit gemacht habe, wollte ich gerne einen Bibelvers auf dem Bild ergänzen. Eine Weile habe ich überlegt, welcher Text passend sei. Schließlich fiel meine Wahl auf Johannes 13:35 

Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. 

Das Ergebnis sehr ihr hier auf einer 40x50cm Leinwand:

Das Brautpaar hat ihr ganzes (gemeinsames) Leben dem Dienst für Gott geweiht. Sie sind seine Nachfolger. Jesus hat gesagt, dass seine Nachfolger an ihrer Liebe zueinander erkennbar sein sollen. Leider ist das in den Kirchen unserer heutigen Zeit oft nicht mehr der Fall. Ganz im Gegenteil wird viel kritisiert und verurteilt. Jeder richtet den anderen und stellt sich somit über seinen Bruder. Das ist nicht der Geist, den Jesus hatte. Er gab seine hohe Stellung im Himmel auf, um ein armer Wanderprediger zu werden und den grausamsten Tod zu sterben. Das Brautpaar hat sich entschieden, diesem, ihrem Vorbild, zu folgen. In ihrem Eheversprechen haben sie sich gegenseitig versprochen, Gott zu lieben und den Partner zu ehren, zu lieben und für ihn in allen Lebenslagen da zu sein. Die Ehe bedeutet das Zurückstellen seiner eigenen Bedürfnisse und das Höherachten des anderen als sich selbst. Man lebt nicht mehr für sich selbst, sondern für den Anderen. Wer mehr das Glück des Anderen sucht als nur das eigene, der wird es wahrhaft finden.  

Ein christliches Paar, das Gott im Mittelpunkt seiner Beziehung hat, entfremdet sich nicht mit der Zeit, wie es heute leider nur allzu oft der Fall ist. Da sie einzeln, aber auch gemeinsam, immer wieder zu Gott kommen und ihn in ihre Beziehung mit einbeziehen, kann er bei Konflikten helfen und steht dem Paar bei Herausforderungen zur Seite. Diese Erfahrungen schweißen zusammen und lässt eine Liebe wachsen, die viel tiefer ist als nur das Gefühl, welches wir heute als “Liebe” bezeichnen. Es ist eine Liebe, die nur Gott geben kann, weil er selbst diese Liebe ist. 

Ich wünsche jedem Leser, dass er diese beständige, allen Verstand übersteigende Liebe in seinem Leben erfahren hat. Wenn dies nicht der Fall ist, kann man beten, dass Gott seine Liebe im eigenen Leben offenbart. Er antwortet bestimmt darauf! 

Während der Hochzeitsfeier wurde ich von anderen Gästen zu einer kleinen Holzkohlezeichnung auf eine Serviette angestiftet. Ein Schaschlickspieß wurde dazu in eine brennende Kerze gehalten, bis die Spitze glühte. Dadurch erhielt man eine Art Kohlestift. Das Ergebnis sehr ihr hier:


 

Eine Erzgebirgslandschaft für die Garteneisenbahn

Nach etwas längerer Pause gibt es heute mal wieder einen kleinen Blogeintrag. Diesmal geht es um kein Bild auf einer Leinwand. Das heutige Bild ist auch nicht mit Acryl gemalt worden. Von der Größe her ist es sogar mein bisher größtes Werk. 

Als Malgrund gab es einen Fassadenputz und das Malmittel waren Dispersionsabtönfarben. Genau! Ich habe eine Fassade bemalt! Vielmehr den Sockel einer Fassade. Um ganz genau zu sein, handelt es sich um einen Teil des Sockels an der Hauswand des Hauses meiner Eltern.
In einem Teil des Gartens hat mein Vater eine kleine Garteneisenbahn entstehen lassen. Als Kinder war das für uns ein Paradies auf Erden. Durch Covid-19 wurde diese Eisenbahn im letzten Frühjahr wieder belebt. Mein Vater hatte schon lange den Traum, eine Erzgebirgslandschaft als Hintergrund an die Fassade zu malen. Obwohl er selbst Malermeister ist, traute er sich nicht, seine Fassade zu verschönern. Da die Praxis, in der ich arbeite, letztes Jahr für ein paar Wochen coronabedingt geschlossen wurde, fuhr ich zu meinen Eltern. Da ich die Zeit sinnvoll nutzen wollte und das Wetter sehr gut war, wollte ich meinem Vater seinen Traum einer Erzgebirgslandschaft erfüllen.  

So machte ich mich frisch ans Werk. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das umsetzen sollte und wie es wirken würde. Aber ich fing einfach einmal an und schaute, was passierte. Als Vorlage hatte ich eine Landschaft, die als Hintergrund der Modellbahnanlage meines Vaters diente.
Es war vollkommen ungewohnt mit großen Pinsel zu arbeiten. Auch die Dimensionen waren viel größer. Was mir hier besonders schwer fiel, war eine dreidimensionale Wirkung zu erzielen, weil sich die Farben sehr gut miteinander vermischten und ich daher keine schönen Farbverläufe hinbekam. Aber irgendwann bekam ich den Dreh raus und es entstand eine kleine Hügellandschaft an der Fassade.

Insgesamt malte ich eine Woche an der Landschaft. In der Hälfte der Zeit bekam ich sehr starke Zahnschmerzen und Fieber. Mir ging es wirklich nicht gut. Aber ich konnte die Fassade nicht halbfertig stehen lassen, deswegen arbeitete ich weiter. Dazu kam noch, dass Ostern und damit Feiertage vor der Tür standen. Schlussendlich führte der hohe Leidensdruck doch dazu, dass ich einen Zahnarzt aufsuchte. Der stellte fest, dass sich ein Nerv in Luft ausgelöst hatte. Ich musste mich einer Wurzelbehandlung unterziehen. Trotzdem blieben das Fieber und die Schmerzen noch ein paar Tage. Aber ich ließ mich davon nicht unterkriegen, sondern arbeitete fleißig weiter.

Mit pochenden Schmerzen und fiebrigen Kopf malte ich das wunderschöne Fachwerkhaus, die Blumenwiese und die Büsche im Vordergrund. Nebenzu nahm ich noch meinen Vater in die Lehre, der die andere Wand doch selbst bemalte. So konnten wir die gesamte Ecke mit einer schönen Landschaft ausgestalten. 

Als das Bild fertig war, ging es mir wieder gut und ich konnte auch nach Bayern zurückfahren, weil wir wieder arbeiten durften. Mein Vater und mein jüngerer Bruder konnten nun das ganze letzte Jahr die Garteneisenbahn vor meiner Kulisse fahren lassen.  

Es war eine sehr spannende und herausfordernde Erfahrung für mich. Insgesamt sind mir die Hügel etwas zu rund geworden. Das habe ich aber leider erst gesehen, als das Bild fertig war. Aber für den ersten Versuch einer Fassadenmalerei bin ich doch recht zufrieden.  

Eine Blume für die Villa Vetterlein

Heute möchte ich euch in die schöne Oberlausitz, im tiefsten Osten von Deutschland, mitnehmen. Dort gibt es an der tschechisch-polnischen Grenze eine kleine Stadt namens Zittau. Früher war es eine florierende Stadt, doch nach der Wende wurde die gesamte Textilindustrie ins Ausland verlegt, was zu einer Bevölkerungsfluktation führte. Aber in diesem schönen, wenn auch etwas verlassenen Städtchen, gibt es viele schöne alte Häuser. In einer solchen Villa durfte ich für zwei Jahre wohnen. Den Eltern meiner Mitbewohnerin Carolin gehört diese Villa. Die Geschichte wie sie zu diesem Häuschen gekommen sind, ist ein Wunder, aber sie zu erzählen würde hier den Rahmen sprengen. Auf jeden Fall hat die Familie aus einigen Zimmern der Villa schöne Gästezimmer und eine Ferienwohnung gemacht. Wer also mal die einzigartige Landschaft des Zittauer Gebirges genießen will, dem sei dieser Geheimtipp wärmstens empfohlen.
Zudem befindet sich in diesem Haus ein kleines Gesundheitszentrum und das Zuhause für eine Adventgemeinde. Wer mehr über die Villa Vetterlein erfahren möchte, kann sich gerne auf der Webseite einmal umsehen. 

Durch meine Kenntnisse aus meiner Malerausbildung durfte ich ein wenig die Villa und auch das ein oder andere Gästezimmer farblich gestalten und verschönern.  

Es waren zwei besondere Jahre, die ich in diesem Haus leben durfte.  

Letztes Jahr haben Carolin und ich unseren 30. Geburtstag feiern dürfen. Anlässlich dieses besonderen Ereignisses habe ich ihr natürlich ein kleines Bild gemalt. Ich entschied mich für ein Tutorial von Angela Anderson. Es ist eine rote Gerbara auf dunklem Hintergrund. Zu dem Bild fügte ich noch einen kurzen Bibeltext hinzu. Caro gefiel das Bild ganz gut und sie wollte es in eines der Gästezimmer hängen. Da bot ich ihr an, ein zweites Bild zu malen. Das erste Bild war auf Acrylpapier gemalt, damit ich es leichter per Post versenden konnte. Aber dies Mal malte ich es auf eine ordentliche Leinwand. 

Das Motiv war recht leicht umzusetzen. Was ich beim Malen dieses Bildes lernte war, dass die Hintergrundfarben eher kälter sein sollten und je weiter vorne die Farben wären, desto wärmer sollten sie werden.  

Ursprünglich wollte ich Caro das Bild zu ihrer Hochzeit, die im Mai 2020 geplant war, überreichen. Leider musste diese aufgrund der Coronasituation abgesagt werden. Also wollte ich ihr das Bild per Post schicken. Aber wie versendet man eine Leinwand per Post? Zum Glück gibt es Internet und genug Menschen dort, die ihre Erfahrungen bereitwillig teilen. Also wickelte ich das Bild in Luftpolsterfolie und packte es noch in Pappe ein. Es war kein schönes Päckchen, aber das Bild fand heil seinen Weg nach Zittau und hat dort in einem Gästezimmer sein Plätzchen gefunden. So kann es vielleicht für den ein oder anderen Betrachter zur Ermutigung und zum Segen gereichen. 

Der Vers, den ich auf dieses Bild gemalt habe, stammt aus der Bibel und ist eine meiner vielen Lieblingsverse: 

Alles vermag ich, durch den, der mich stark macht. 

Oft stoßen wir mit unserer eigenen Weisheit und unserer  Kraft an Grenzen. Doch bei Gott ist kein Ding unmöglich. Auch wenn ich keinen Ausweg mehr sehe und keine Kraft mehr habe, so trägt Gott mich doch durch die schwierigen Zeit und gibt Kraft für den nächsten Schritt. Die Realität hinter diesem Vers konnten Caro und ich im letzten Jahr deutlich erleben. Wir beide hatten uns das Jahr 2020 komplett anders vorgestellt und sind an unsere Grenzen gestoßen. Doch trotz alle dem durften wir erleben, wie wir getragen wurden und durften in stürmischen Zeit den himmlischen Frieden erleben. Ich wünsche mir, dass jeder diese Erfahrung machen kann. Nichts ist für den unmöglich, der Gott zu seiner Kraft macht! 

 

Jesus and his Bride – Jesus und seine Braut

Ich freue mich heute das Erste im Jahre 2021 vollendet Bild vorstellen zu können!
Dieses Bild ist wirklich etwas ganz besonderes. Es ist für mich so etwas wie das Erreichen eines Meilensteines. Als ich vor zweieinhalb Jahren angefangen habe mit Acryl zu malen, da war es mein Traum und mein Ziel auch Szenen aus der Bibel oder Bilder von Jesus zu malen. Mit dem heutigen Bild habe ich den ersten Schritt zur Erfüllung dieses Traumes getan. In einigen meiner letzten Bilder habe ich oft Menschen gemalt, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Sie alle waren nur eine Übung für das heutige Bild.  

An diesem Bild habe ich eine ganze Weile gesessen und gemalt und auch wieder übermalt. Allein die Wolken habe ich unzählige Male übermalt. Aber auch mit dem Wasser war ich sehr unzufrieden, weswegen ich es einmal komplett und manch andere Stellen noch öfter übermalt und von vorne begonnen hatte. Die meiste Zeit habe ich für das Malen der Kleidung gebraucht. Die unendlich vielen Falten, Licht- und Schatteneffekte waren sehr aufwendig und wollten manchmal nicht so gelingen wie ich wollte. Was dafür sehr einfach ging, waren die Haare der Braut. Die malten sich fast von selbst. Auch das Gesicht von Jesus ging leichter zu malen als zunächst erwartet. Es hat zwar ein paar Anläufe gebraucht, aber mit dem Ergebnis bin ich ganz glücklich. 

Als Grundlage für das Bild diente mir ein Bild, das ich auf Pinterest entdeckt hatte. Es stammt von einer südafrikanischen Künstlerin, die Maria heißt. Sie ist Christin und möchte ihre Bilder zur Ehre Gottes malen.
Ich wollte ihr Bild nicht vollständig covern, sondern meinen eigenen Stil mit hineinbringen. Deswegen malte ich als Hintergrund – und wie sollte es auch anders sein – Wasser und Wellen. 

Es ist Nacht. Wellen brechen sich am Strand, während dicke Wolken sich am Himmel türmen. Am Strand geht Jesus mit seiner Braut, welches in der Bibel seine Gemeinde ist, spazieren. Sie ist in ein weißes Kleid gekleidet, was für die gerechten Taten der Gläubigen steht. Sie ist rein und heilig, genau wie ihr Bräutigam. Ihr Blick ist nicht auf die Wellen und den Sturm gerichtet, sondern auf den, den sie von ganzem Herzen liebt. Ihr Herz ist voller Zuneigung, tiefster Liebe und Hingabe. Sie weiß, mit Jesus an ihrer Seite kann ihr nichts geschehen. Sie sind das perfekte Paar. Er bezahlte den höchsten Brautpreis für sie, denn er hat mit seinem Blut und Leben bezahlt.  

Sie war nicht immer so. Früher lebte sie ein ausschweifendes Leben, suchte kurzweiliges Vergnügen und Geld. Dies führte sie in den absoluten Ruin und unaussprechliches Leid. Ihr Herz wurde tausend Mal gebrochen. Sie war tödlich verwundet und lag verlassen in ihrem eigenen Blut, bereit zu sterben.  

Aber es gab einen, der sie wirklich liebte, einen, der sie geschaffen hatte. Obwohl sie von ihm weggelaufen war und ihr eigenes Leben lebte, ließ er sie nie aus den Augen. Er beobachtete schmerzvoll, wie sie ihr Leben zerstörte, doch er liebte sie noch immer. Als sie sterbend am Boden lag kam er zu ihr, versorgte sie und gab ihr seine liebevolle Zuwendung. Er wusch sie und gab ihr ein neues, reines Kleid. Als sie in seine Augen schaute, sah sie eine tiefe Liebe, die sie vorher nicht gekannt, aber immer gesucht hatte. In seiner Liebe fand sie Ruhe. Mit ihm fing sie an neues Leben an. Sie setzte das um, was er ihr sagte und stellte fest, dass sie darin wahres Glück fand. Sie wusste, an seiner Seite ist sie sicher.  

So oder ähnlich ist die Erfahrung eines jeden Christen. Wir alle haben uns von Gott entfernt und sind unseren eigenen Weg gegangen. Doch er ging uns nach, bezahlte mit seinem eigenen Leben unsere Schuld und versuchte unsere Liebe zu gewinnen. Viele Menschen müssen erst Krisen in ihrem Leben erleben, um zu erkennen, dass sie einen Erlöser brauchen. Er ist der einzige, der unsere tiefsten Bedürfnisse stillen kann. An seiner Seite ist Glück und Frieden zu finden, egal wie viele Stürme es in dieser Welt geben mag. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es wert ist, ihm eine Chance zu geben. Wie man das machen kann, kann man sich hier anhören. 

Gottes Segen und Frieden euch allen! 

 

Mit dem Fahrrad ins neue Jahr!

Willkommen im Jahre 2021! 

Hier ist mein erster Blog im neuen Jahr über das letzte Bild aus dem alten Jahr!
Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, hat dieses Bild einen Zwilling. Die beiden Bilder könnten vom Stil und den Farben nicht unterschiedlicher sein. Aber sie wurden an dem selben Tag auf den selben Untergrund gemalt und beide Bilder haben den gleichen Rahmen bekommen.

 

 

 

 

 

 

Außerdem wurden die beiden Bilder am nächsten Abend gleichzeitig ihren zukünftigen Besitzern überreicht. Für den Besitzer unseres heutigen Bildes war es eine komplette Überraschung. Er wusste, dass ich das andere Bild für unsere gemeinsame Freundin gemalt hatte, aber er wusste nicht, dass er auch eines bekommen sollte. So war es für mich eine doppelte Freude den Überraschungseffekt und die Freude des Geschenkes zu erleben. 

Der Besitzers dieses kleinen Werkes ist ein leidenschaftlicher Radfahrer. Auf seinem Instagramprofil stöberte ich nach einem schönen Motiv. Da hatte ich die Qual der Wahl. Es gab viele schöne Bilder, die man malen könnte. Ich entschied mich für eine  Sonnenuntergangsszene an einen der Seen von der Leipziger Neun-Seen-Landschaft.


Da es ein schnelles Bild sein sollte, vereinfachte ich das Motiv etwas. Das Bild malte sich quasi wie von selbst. Der Hintergrund war schnell gemalt. Ich spielte ein wenig mit dem Wasser und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Respekt hatte ich vor dem Fahrrad. Bis dahin hatte ich noch nie ein Fahrrad gemalt. Das einzige Verkehrsmittel war das Motorrad gewesen, das ich gemalt hatte. Aber das Fahrrad sollte nicht so schwer werden, da es wegen dem Sonnenuntergang nahezu schwarz ist. Am schwierigsten fand ich hier das Malen des Rades. Das fiel mir bereits bei dem Motorrad schwer. Nur geringste Unsauberkeiten lassen das Rad ungleichmäßig wirken. Ganz perfekt habe ich es dann letztendlich auch nicht hinbekommen. 

Aber ich war über die Gesamtwirkung des Bildes überrascht. Obwohl es recht einfach gehalten war, gefiel es mir sehr gut. Aber noch wichtiger ist es, dass es dem Besitzer des Bildes gefällt. Bei diesem Gedanken fällt mir das Sprichwort ein, dass in meiner Kindheit immer die Poesiealben geschrieben wurde: 

Willst du glücklich sein im Leben,
Trage bei zu andrer Glück,
Denn die Freude, die wir geben,
Kehrt ins eigne Herz zurück. 

Marie Calm 

Als Kind habe ich mir nicht so viele Gedanken über die Bedeutung dieses Versleins gemacht. Doch heute weiß ich, wie wahr es ist. Nur für sich selbst zu leben bringt keine Freude. Das wahre Glück ist darin zu finden, andere glücklich zu machen. Gerade in Zeiten von Corona, in denen Menschen isoliert und einsam sind, gibt es nichts schöneres als ein warmes Lächeln und eine freundschaftliche Umarmung. Wie wichtig diese kleinen Dinge sind, habe ich im letzten Jahr erfahren dürfen. Für sechs Wochen habe ich keinen Menschen gesehen, außer aus der Ferne Krankenschwestern und Ärzte. Nach diesen sechs Wochen hat mich eine liebe Freundin zur Begrüßung umarmt. Dieses Gefühl war unbeschreiblich!  

Im letzten Jahr kam mir immer wieder ein Bibelvers 1. Mose 2:18 in den Sinn: 

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. 

Ganz am Anfang hat Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Sie sollten sich gegenseitig helfen. Der Mensch wurde nicht zur Isolation geschaffen. Was ich heute in unserer Zeit erlebe ist eine Entfremdung unter den Menschen. Unsere Gesellschaft spaltet sich immer mehr und viele Menschen leiden unter Einsamkeit. 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es sich anfühlt, krank und allein zu sein. Näheres kann in diesem Blogeintrag nachgelesen werden. Umso kostbarer waren mir im letzten Jahr die Zeiten mit meinen Freunden. Besonders die letzten zwei Wochen des Jahres 2020 waren wertvoll, da ich diese Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen durfte.  

Für das neue Jahr wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mehr auf einander zu gehen, ihre Ängste überwinden und von ihren eigenen Problemen weg, auf die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen achten. 

Ich weiß nicht, was dieses neue Jahr bringen und wohin es mich führen wird, doch eines weiß ich gewiss: Ich habe einen allmächtigen, liebenden und allwissenden Gott an meiner Seite! 

Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. 

– Die Bibel, Römer 8:38+39 

Das heutige Bild fasst es schön zusammen: Die Sonne eines neuen Jahres geht unter, dafür steigt die Sonne eines neuen Jahres auf. Wie das Fahrrad am See auf seine nächste Tour wartet, so erwarten uns im neuen Jahr viele Abenteuer, Erfahrungen und wunderschöne Momente! 

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes neues Jahr!  

Herbstliche Parkromantik nach Leonid Afremov

Angesichts der herbstlichen Stimmung in Sachsen, wo ich mich gerade aufhalte, möchte ich heute eines meiner beiden neusten Werke vorstellen. Es handelt sich um eine bunte Herbstszene. 

Eine meiner besten Freundinnen hatte sich ein solches Motiv von mir vor einigen Monaten gewünscht. Der ursprüngliche Plan war es, dieses Bild auch im Herbst zu malen, aber es kam so viel anderes dazwischen, dass es erst jetzt im Weihnachtsurlaub entstanden ist. 

Dieses Bild ist eine Premiere. Es ist eine komplett neue Technik, an die ich mich bisher nicht herangetraut habe. Der größte Teil des Bildes ist mit der Malspachtel entstanden. Gemalt wurde auf 20x30cm Malkarton in Acryl. Inspiriert wurde das Bild von dem im letzten Jahr verstorbenen weißrussischen Künstler Leonid Afremov. Er gilt als Autor dieser Kunstrichtung und hat im Laufe seines Lebens viele wunderschöne Werke ins Leben gerufen. In seiner Arbeit nutzte er bunte, fröhliche Farben und malte mit Vorliebe Paare in einer Herbstlandschaft. Um eine Ahnung zu bekommen, wie man so ein Bild nachmalen kann, schaute ich mir ein Youtube-Tutorial an. Mich an diesem Video anlehnend, wagte ich die ersten Farbversuche mit der Malspachtel. Nach einigen Versuchen war ich überrascht, dass es so leicht ging.


Als ein Liebhaber für Details und Realismus in der Malerei war es für mich eine kleine Herausforderung, nur die groben Impressionen einzufangen und das große Ganze zu sehen, anstatt sich in Details zu verrennen. Da ich aber ein Vorbild durch das Tutorial hatte, gelang es mir, dieses nachzuarbeiten. Als ich mit dem Pinsel die Details wie die Parklampen, die Bank und die Bäume hineinmalte war ich über die Wirkung des Bildes erstaunt. Das Paar gab dann den letzten Feinschliff in die Komposition.

 

Leider sind mir die Lampen von den Größenverhältnissen nicht so gut geglückt. Genauso unzufrieden bin ich mit den Kontrasten. Das ist aber bei einem so farbenfrohen Bild auch schwierig, Details hervorzuheben. Insgesamt wurde das Bild recht schnell, innerhalb eines halben Tages, fertig.  

Aber der Tag hatte noch ein paar Stunden und so malte ich ein zweites Bild, einen Zwilling sozusagen. Allerdings einen zweieinigen Zwilling. Denn das zweite Bild hätte vom Motiv und der Technik nicht unterschiedlicher sein können. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag… 🙂 

Obwohl das heutige Bild ein fröhliches ist, möchte ich doch einen kurzen Gedanken zum Thema Tod teilen. Leonid Afremov ist tot. Er verstarb am 19. August 2019 im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt.

Auf seiner Webseite wird er als ein demütiger, bescheidener Mensch beschrieben, der seine Kunst allen zugänglich machen wollte. Seine Lebensfreude kommt in seinen Werken zum Ausdruck.
In der Bibel gibt es einen schönen Bibelvers zu diesem Thema. Er ist in Offenbarung 14:13 nachzulesen: 

Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke folgen ihnen nach. 

Der Tod ist in der Bibel kein schreckliches Ereignis, obwohl von Gott im Ursprung nicht gewollt. Aber hier in diesem Text wird er als Ruhe beschrieben. Das Leben voller Mühsal und Leid hat ein Ende. Wer im Glauben an Jesus stirbt, legt sich zur Ruhe in der Hoffnung, eines Tages aus dem Todesschlaf wieder zu erwachen und ein besseres und ewiges Leben zu führen.  

Der Text sagt auch, dass dem Verstorbenen seine Werke nachfolgen. Die Werke des Menschen kommen auch zur Ruhe. Das führt mich zu der Frage: Was hinterlassen wir dieser Welt, wenn wir von ihr scheiden? Welche Werke folgen uns nach? Leonid Afremov hat die Welt der Kunst mit der Erschaffung einer neuen Stilrichtung geprägt. Heute erinnern sich viele an seine Werke und erfreuen sich daran. Er hat ein schönes Erbe hinterlassen. Vielleicht sollten wir uns in unserem täglichen Leben öfters einmal fragen, für was wir eigentlich leben? Was ist der Sinn deines Lebens? Woran werden sich die Menschen bei der Erwähnung deines Namens erinnern?